Pro domo et mundo

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Den Worten ein Gewissen …

Von Frank Benedikt

Eine Rezension von Roberto De Lapuentes Buch “Auf die faule Haut”

Unbequem! Das ist der erste Gedanke, der dem Leser wohl unwillkürlich in den Sinn kommt, wenn er De Lapuentes Buch erstmalig zur Hand nimmt. So erging es jedenfalls dem Rezensenten, der das Büchlein (es sind ja nur 157 Seiten) zwei Mal – mit einem halben Jahr Abstand – gelesen hat. Und mit “unbequem” ist beileibe nicht nur gemeint, daß die darin enthaltenen Texte dies nun für bestimmte Gruppen dieser Gesellschaft wären. Wer nur das darin zu erkennen vermag, hat weit gefehlt, beschäftigt sich der Autor doch mit unserer ganzen Gesellschaft und ihrer Sprache – also auch mit uns, den Lesern. Ganzer Artikel »

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In Literatur am 14. Dezember 2011 um 17:24

“Empörte Ökonomen” (10)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #10: Die Griechenlandkrise war das Sprungbrett zu einer europäischen Wirtschaftsregierung und einem wirklichen europäischen Sozialpakt

Seit Mitte 2009 haben die Finanzmärkte begonnen, auf die Schulden von Staaten zu spekulieren. Pauschal gesprochen haben steigende Schulden und Defizite (bis jetzt) nicht zu höheren langfristigen Zinssätzen geführt: Die Finanzakteure gehen davon aus, dass die Zentralbanken kurzfristige Zinssätze nahe bei Null für einen langen Zeitraum beibehalten werden, und daß keine echte Gefahr einer Inflation oder Pleite eines großen Landes besteht. Spekulanten haben jedoch die Schwachstellen in der Organisation des Euro-Gebietes erkannt. Während die Regierungen anderer entwickelter Länder immer noch von ihrer Zentralbank unterstützt werden können, haben die Länder der Euro-Zone diese Option abgeschafft und sind vollständig vom Markt abhängig, um ihre Schulden zu finanzieren. Daher wurden Spekulationen gegen die verwundbarsten Länder in diesem Gebiet, das sind Griechenland, Spanien und Irland, ausgelöst. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 21. September 2011 um 22:23

“Empörte Ökonomen” (9)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #9: Der Euro ist ein Schutzschild gegen die Krise

Der Euro soll einen Schutzschirm gegen die globale Finanzkrise darstellen. Schliesslich hat der Wegfall der Wechselkurse zwischen den europäischen Währungen einen zentralen Faktor von Instabilität ausgeschaltet. Aber der Euro hat uns nicht geschützt: Europa ist tiefgreifender und für einen längeren Zeitraum hinweg von der Krise betroffen als der Rest der Welt. Dies ist darauf zurückzuführen, wie diese Währungsunion geschaffen wurde. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 20. September 2011 um 00:27

“Empörte Ökonomen” (8)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #8: Die europäische Union schützt das Europäische Sozialmodell

Die europäische Erfahrung ist zweideutig. Zwei Versionen einer Vision von Europa bestehen nebeneinander, ohne offen einander gegenüber zu stehen. Für Sozialdemokraten sollte Europa das europäische Sozialmodell fördern, das aus dem sozialen Kompromiss nach dem Zweiten Weltkrieg stammt, mit Wohlfahrtsstaat, öffentlichen Dienstleistungen und Industriepolitik. Europa sollte ein Bollwerk gegen die liberale Globalisierung sein, ein Weg, um dieses Modell zu schützen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Europa sollte eine bestimme Vision einer Organisation der Weltwirtschaft verteidigen, d.h. einer Globalisierung, die von den Organen einer globalen Regierungsgewalt reglementiert wird. Europa sollte den Mitgliedsstaaten ermöglichen, ein hohes Niveau an Staatsausgaben und Umverteilung zu erhalten, indem seine Fähigkeit zur Finanzierung von Ausgaben durch Steuerharmonisierungen bei Individuen, Unternehmen und Kapital geschützt wird. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 18. September 2011 um 14:49

“Empörte Ökonomen” (7)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #7: Wir müssen die Finanzmärkte beruhigen, um die Staatsverschuldung zu finanzieren

Im globalen Maßstab muß ein Anstieg der Staatsverschuldung im Zusammenhang mit dem Prozess der Finanzialisierung gesehen werden. In den letzten 30 Jahren hat die Finanzwelt dank der vollen Liberalisierung der Finanzflüsse ihren Griff auf die Wirtschaft bedeutsam gesteigert. Große Unternehmen vertrauen weniger auf Kredite, sondern zunehmend auf die Finanzmärkte. Auch die Privathaushalte sehen einen zunehmenden Teil ihrer Altersvorsorge durch verschiedene Anlagen in den Finanzsektor abfliessen, in einigen Ländern auch durch Beleihung ihrer Häuser (Hypotheken). Wertpapierverwalter versuchen das Risiko zu streuen, indem sie zusätzlich zu privatem Beteiligungskapital in staatliche Schuldverschreibungen investieren. Diese Staatspapiere waren leicht zu finden, nachdem die Staaten eine ähnliche Politik betreiben, die zu einer Flut an Schulden führt: hohe Zinssätze, Steuererleichterungen für hohe Einkommen, massive Zuzahlungen auf die Ersparnisse der Haushalte für Pensionsfonds usw. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 15. September 2011 um 08:01

“Empörte Ökonomen” (6)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #6: Staatsverschuldung verschiebt die Last unserer Maßlosigkeit auf unsere Kindeskinder

Dann ist da noch ein weiteres trügerisches Statement, das Hauswirtschaft mit Makroökonomie verwechselt: öffentliche Verschuldung wäre ein Wohlstandstransfer zu Lasten zukünftiger Generationen. Die öffentliche Verschuldung ist ein Wohlstandtransfer, jedoch hauptsächlich vom gemeinen Steuerzahler hin zu den Kapitaleignern. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 13. September 2011 um 08:01

“Empörte Ökonomen” (5)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #5: Staatsausgaben müssen begrenzt werden, um die Staatsverschuldung zu senken

Selbst wenn eine Zunahme der Staatsverschuldung zumindest teilweise auf einen Anstieg der Staatsausgaben zurückzuführen wäre, wäre eine Ausgabenkürzung nicht zwangsläufig ein Teil der Lösung. Dies liegt daran, weil die Dynamik der öffentlichen Verschuldung nur sehr wenig mit der Verschuldung privater Haushalte gemeinsam hat: Makroökonomik ist nicht auf das Wirtschaften eines Haushalts reduzierbar. Die Dynamik der Schulden ganz allgemein hängt von verschieden Faktoren ab: Dem Umfang der Nettokreditaufnahme, aber auch dem Abstand zwischen Zinssatz und nominaler Wachstumsrate einer Volkswirtschaft. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 9. September 2011 um 21:19

“Empörte Ökonomen” (4)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #4: Der Anstieg der Staatsverschuldung rührt von übermässigen Ausgaben her

Michel Pébereau, einer der „Paten“ des französischen Bankensystems, beschrieb 2005 in einem offiziellen Ad-hoc-Bericht Frankreich als ein Land, das von seinen Schulden erdrückt und künfigen Generationen Opfer aufbürden würde, indem es sich auf unbesonne Sozialausgaben einlässt. Der sich immer stärker verschuldende Staat als der Vater, der übermäßig viel Alkohol trinkt: das ist die gängige Vorstellung, die von den meisten Leitartiklern verbreitet wird. Doch die jüngste Explosion der Staatsverschuldung in Europa und der Welt ist etwas völlig anderem geschuldet: den Rettungsplänen für den Finanzsektor und vorrangig der Rezession, die durch Banken und Finanzkrise seit 2008 verursacht wurde. Das durchschnittliche öffentliche Defizit im Euroraum lag 2007 bei nur 0,6% des Bruttoinlandsprodukts (BIP), aber durch die Krise ist es auf 7% im Jahr 2010 angestiegen. Im selben Zeitraum stieg die Staatsverschuldung von 66% auf 84% des BIP. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 7. September 2011 um 21:51

“Empörte Ökonomen” (3)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #3: Märkte schätzen die Kreditwürdigkeit von Staaten korrekt ein

Gemäß den Befürwortern der Effizienzmarkthypothese berücksichtigen Börsianer die objektive Lage öffentlicher Finanzen, wenn sie das Risiko bei der Aufnahme von Staatsanleihen einschätzen. Nehmen wir den Fall der griechischen Staatsverschuldung: Börsianer und politische Entscheidungsträger vertrauen ausschliesslich auf finanzielle Bewertungen, um die Lage zu beurteilen. Als nun der erforderliche Zinssatz für Griechenland auf über 10% anstieg, schloss jeder daraus, daß das Risiko eines Ausfalls hoch war: wenn Anleger einen derartigen Zinsaufschlag fordern, bedeutet das, daß diese Gefährdung in höchstem Maße gegeben ist. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 5. September 2011 um 21:14

“Empörte Ökonomen” (2)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

Fehlbehauptung #2: Finanzmärkte tragen zum Wirtschaftswachstum bei

Die Integration des Finanzsektors hat die Macht der Finanzmärkte massiv gestärkt, weil sie die Kapitalvermögen auf globalem Level vereinigt und zentralisiert hat. Sie bestimmt die Rentabilitätsnormen, die jede Form von Kapital benötigt. Die Idee dahinter war, daß Finanzmärkte die Banken bei der Finanzierung von Investitionen ersetzen sollen. Dieses Projekt ist allerdings gescheitert, da heute insgesamt gesehen die Unternehmen die Anleger finanzieren statt umgekehrt. Gleichwohl wurde der unternehmenspolitische Ordnungsrahmen (im Sinne von Corporate Governance) tiefgreifend umgewandelt, um den Vorgaben der Marktprofitabilität zu entsprechen. Mit dem Aufstieg des “Shareholder Value” hat sich eine neue Ansicht von Unternehmen und ihrem Management etabliert, indem das Unternehmen als Einheit, das den Ansprüchen der Anteilseigner genügen soll, wahrgenommen wurde. Die leitenden Mitarbeiter öffentlich gehandelter Unternehmen haben die vordringliche und ausschliessliche Aufgabe, dem Wunsch der Anteilseigner, sich selbst zu bereichern, zu entsprechen. Folgerichtig verhalten sie sich nicht mehr als Arbeitnehmer, da sie einen exzessiven Anstieg ihrer Einkommen wahrnehmen. Gemäß der Prinzipal-Agent-Theorie (Anm. d. Ü.: s. auch Agentur-Theorie) verschmelzen somit die Interessen der Manager mit denen der Anteilseigner. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 2. September 2011 um 22:20

“Empörte Ökonomen” (1)

Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnnberger

Fehlbehauptung #1: Finanzmärkte sind effizient

Heutzutage ist eine Tatsache für alle Beobachter offensichtlich: Finanzmärkte spielen die entscheidende Rolle im Funktionieren der Wirtschaft. Dies ist das Ergebnis einer langen Entwicklung, die in den späten siebziger Jahren begonnen hat. Wie auch immer diese Entwicklung erfasst wird, stellt sie sowohl quantitativ als auch qualitativ einen klaren Bruch mit vorangegangenen Dekaden dar. Unter dem Druck der Finanzmärkte hat sich die globale Regulierung des Kapitalismus grundlegend geändert, indem sich eine neue Form des Kapitalismus bildete, welche manche als „patrimonialen Kapitalismus“, „Finanzkapitalismus“ oder „neoliberalen Kapitalismus“ bezeichnen. Ganzer Artikel »

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In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft am 30. August 2011 um 22:26

“Empörte Ökonomen”: Vorwort und Prolog

Von Gerhard Rinnberger

Vorwort des Übersetzers:

Vor knapp einem Jahr ist bei Économistes Aterrés das »Manifeste d’économistes atterrés« erschienen. Leider gibt es bis heute keine deutsche Übersetzung.
Ich habe mich daher entschlossen, meine VWL-Kenntnisse ein wenig aufzufrischen und dieses Manifest zu übersetzen. Mangels Französischkenntnissen diente dabei die englische Fassung als Vorlage.
Wörtlich übersetzt müsste der Artikel eher „entsetzte Ökonomen“ heissen, ich habe aber bewußt auf den Titel der Streitschrift von Stéphane Hessel zurückgegriffen, um einen Bezug zum politischen Eiertanz der etablierten Parteien herzustellen.
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In Politik, Wirtschaft am 28. August 2011 um 23:35

Anders Breivik oder der Wahnsinn des politischen Kalküls

Ein Gastbeitrag von Dr. Klaus Baum

Die Stellungnahmen und Kommentare zu den mörderischen Taten des Norwegers Anders Behring Breivik bewegen sich zwischen der Bezeichnung Irrer (BILD) und der Verneinung des Irreseins – etwa bei Thomas Trueten.

BILD macht aus Breivik einen wahnsinnigen Einzeltäter, Trueten sagt, wer Breivik krank nenne, verharmlose dessen Taten, denn dessen Anschläge und Morde seien politisch geplant. Ganzer Artikel »

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In Ausland, Gesellschaft, Philosophie, Sprache am 30. Juli 2011 um 21:27

Alte Hüte mit neuen Federn

Die Süddeutsche Zeitung hat also einen neuen Internetauftritt. Das ist durchaus erfreulich, denn der alte war nicht gerade durch Übersichtlichkeit gekennzeichnet. Was sich wohl leider nicht geändert hat, ist die uneinheitliche Ausrichtung der Redaktion: Neben einem Heribert Prantl, der mit Sach- und Sprachverstand kommentiert und jeder Redaktion zur Zierde gereichen würde, sind leider auch Bellizisten wie Stefan Kornelius und neoliberale Sprachrohre wie Marc Beise (der bereits über seine eigene “Anti-Fangemeinde” verfügt) Teil des SZ-Angebots. Zudem ist gerade die Süddeutsche in letzter Zeit nicht durch Liberalismus in Sachen Urheberrecht und Unterstützung freier Meinungsäußerung aufgefallen, hat sie doch – zusammen mit der FAZ – auch den Commentarist zum einstweiligen Schweigen gebracht. Wird diese Zeitung, heutzutage eher: Medium, nun besser? Ich fürchte, nicht. In den frühen Achtzigern arbeitete ich dort mit vielen Rentnerinnen, deren Rente nicht zum Leben ausreichte, in der Druckerei am Fließband, während ich gleichzeitig Freunde/Bekannte in Redaktion und Lektorat (ja, das gab es damals noch!) hatte – schon damals stand der Profit vor dem Menschen. Diese “Zeitung” ist zunehmend ein Konsumprodukt, das nicht mehr seiner eigentlichen Aufgabe dient und wird so wachsend wahrgenommen. Parteiensterben, Zeitungssterben … warum wohl?

Frank Benedikt

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In Internet, Kurz notiert, Medien am 24. Mai 2011 um 11:13

Israels Dissidenten retten das Land

Von Gideon Levy, Haaretz

Man stelle sich mit den Augen der Welt ein anderes Israel vor. In ihm gibt es kein B’Tselem. Kein „Das Schweigen brechen“, keine „Anarchisten gegen die Mauer“, kein Gush Shalom (Anm. d. A.: Kein Zochrot, kein ICAHD, keine Frauen in Schwarz, keine Machsom Watch Frauen)

Es gibt keinen „New Israel Fund“ und keine kleine Gruppe von radikalen und abweichenden Intellektuellen und Journalisten. Man stelle sich ein anderes Israel vor, das jede Art solcher Stimmen zum Schweigen bringt. Man stelle sich mal vor, wie es vor der Welt dastünde. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 29. März 2011 um 16:12

Von einem, der auszog um die Linken zu hassen

Von Stefan Sasse

Die sechs Kolumnisten, die sich SpiegelOnline gegönnt hat und die an allen sechs Werktagen jeweils ihre Kolumne herausgeben, sind schon ein buntes Völkchen. Jakob Augstein ist als linksliberales Gewissen unterwegs, Sascha Lobo darf Weisheiten zum Web 2.0 zum Besten geben, das ja außer ihm niemand versteht, Steffi Kammerer schreibt Glamouröses und Georg Diez darf sich dem Feuilleton hingeben, während Sybelle Berg das “Vermischte” bedient. Und dann ist da noch Jan Fleischhauer. Ganzer Artikel »

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In Medien am 8. Februar 2011 um 13:27

Eigentümlich dämlich!

Von Frank Benedikt

Thilo Pfennig, als “ritinardo” im Netz unterwegs und stets auf einer Schleimspur, hat mal wieder zugeschlagen: Unter “Eigentümlich Links?” versucht er mal eben wieder, die endlich zusammenfindende Linke zu diskreditieren und den verbrannten Bloggerinnen “Piratenweib” und “Isi” in den Hintersten zu kriechen. Nicht genug damit, versucht der offensichtliche Legastheniker (nichts gegen Behinderte!), sich auf Kosten “arrivierter” Blogs einen Namen zu verschaffen, indem er haltlos rumpöbelt und großartige Erkenntnisse verbreitet. Ganzer Artikel »

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In Blogosphäre am 31. Oktober 2010 um 22:30

Texte von der Stange? Kein Problem!

Von Frank Benedikt

Immer häufiger finden sich in den Print- und Onlinemedien nicht nur umgeschriebene Versatzstücke, sondern komplett übernommene Agenturmeldungen. Ein besonders gelungenes Beispiel fand sich bei einer kleinen Suche, die vorhin eine Kollegin und ich unternommen haben. Sie suchte einen Beleg für eine Nachricht, die sie heute im TV gehört hatte und in der es um eine Petition ging, die eingereicht werden soll, um das zweite Tor der Engländer aus “Fairnessgründen” anzuerkennen. Dabei fanden sich drei von den ersten zehn Treffern bei Onlineausgaben bekannter Zeitungen.

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In Kurz notiert, Medien, Meinung am 30. Juni 2010 um 01:49

Wach auf, Amerika!

Von Jonathan Ben-Artzi

Vor mehr als 20 Jahren entschieden viele Amerikaner, sie könnten nicht länger die Rassentrennung in Südafrika mit ansehen. Veranlasst durch eine Ungerechtigkeit ein paar Tausend Kilometer entfernt, verlangten sie von ihren Gemeinschaften, ihren Kollegen, ihren Gemeinden und ihrer Regierung einen klaren Standpunkt einzunehmen.

Martin Luther King jr. sagte: „Ungerechtigkeit irgendwo ist eine Bedrohung für die Gerechtigkeit überall.“
Heute findet eine ähnliche Diskussion auf den Universitäts-Campussen überall in den USA statt. Zunehmend hinterfragen Studenten die Moral der Verbindungen der US-Institutionen, die sie mit den ungerechten Praktiken haben, die in Israel und in den besetzten Gebieten ausgeführt werden. Studenten sehen, dass diese Praktiken oft nicht mehr nur „ungerecht“ sind. Sie sind rassistisch. Demütigend, unmenschlich und brutal.

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In Nahost am 27. Juni 2010 um 12:19

Unterzeichner unter Beschuss

Die Klugen sollen nicht schweigen

Von Yossi Sarid, Haaretz

Zum Glück haben wir lang genug gelebt. Seit 2000 Jahren – oder mindestens seit 43 Jahren – erwarteten wir diese Stimme aus der Höhe, aber sie zögerte. Keiner kann die 3000 jüdischen Intellektuellen, die einen Brief unterzeichnet haben, der heute dem EU-Parlament vorgelegt wird und der Israel aufrufen soll, mit dem Bau von Siedlungen in der Westbank und in Jerusalem aufzuhören, als Israelhasser anklagen. Keiner kann den französisch-jüdischen Philosophen Bernard-Henri Levy oder Alain Finkielkraut als selbst-hassende Juden bezeichnen. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 9. Mai 2010 um 14:06

Klarsicht ist das einzige Laster, das frei macht – frei in einer Wüste.

Anmerkungen zu E. M. Ciorans “Vom Nachteil, geboren zu sein.” oder: Digitalis, delikat dosiert, ist ein Stärkungsmittel

Man sollte diese und seine anderen Aphorismensammlungen nicht vor dem Einschlafen zu sich nehmen:

Der Aphorismus? Ein Feuer ohne Flamme. Man versteht, dass niemand sich daran wärmen möchte.

Dieses Scheitern ist gerade das Ehrenvolle aller Literatur, ganz gleich was sich das sozialpädagogische Engagement über die Fleischwerdung des Worts in die Tasche lügt. Harriet Beecher-Stowes “Onkel Toms Hütte” hat jedenfalls nicht den Sezessionskrieg angezettelt, und Aubers “Stumme von Portici” nicht das Opernpublikum zur belgischen Revolution aufgestachelt. Ganzer Artikel »

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In Literatur am 5. Dezember 2009 um 13:55

Leserkritik einmal anders

Für gewöhnlich bedeutet “Leserkritik” ja die – mehr oder minder gerechtfertigte – Kritik des Lesers an einem Autoren, aber heute wollen wir den Spieß einmal umdrehen, ganz im Sinne von Handkes Publikumsbeschimpfung. Ganzer Artikel »

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In Medien am 7. November 2009 um 00:28

Und an Sloterdijk: Klappe halten!

Ist manchmal einfach besser, als sich völlig zu diskreditieren. Schon Ihre 80er Ergüsse fand ich irgendwo zwischen “irrelevant” bis “peinlich” und merkte dies auch handschriftlich in den von mir erstandenen Werken an – Ihre neuesten Statements zum Volkstribun  “Pöbel-Thilo” Sarrazin zeugen da zwar von einem gesteigerten Hang zur “Volkstümlichkeit”, aber auch von einer fortschreitenden geistigen Retardierung. Ganzer Artikel »

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In Meinung, Philosophie, Politik am 22. Oktober 2009 um 06:49

Bürger-Schulterschluss – gegen die Kommerzialisierung des Gesundheitssystems

Hartwig1Diesen Sonntag versammelten sich ca. 15 bis 20.000 [1] Bürger im Münchner Olympiastadion, um der Gesundheitsreform, dem Gesund-heitsfonds und der fortschreitenden Vermarktung des Patienten als Ware eine klare Absage zu erteilen. Organisiert und ausgerichtet wurde das Ganze von Renate Hartwig, Bestseller-Autorin und scharfer Kritikerin der gegenwärtigen Entwicklung. Bereits letztes Jahr versammelte sie rund 25.000 Menschen im Olympiastadion, die ob der zunehmenden Kommerzialisierung des Gesundheitswesens wachsend besorgt sind.

Da ich zu spät eintraf, die Rede von Frau Hartwig noch halbwegs zu hören, verweise ich mal auf ihre im Netz dokumentierten Aussagen. Das Kernproblem, um das es sich hier dreht, ist einerseits die “Deckelung” der Kosten durch die “Fallpauschalen”, und andererseits der Ausverkauf des Gesundheitswesens an private Investoren. Beides bringt erhebliche Nachteile für die Patienten mit sich (worüber ich – nach eingehenderer Recherche – noch explizit schreiben werde), sei es in Form von Zusatzkosten, sei es in Form von Gesundheitsschäden oder ’sozialverträglichem Frühableben’.

Hoppenthaler1Zu dieser Entwicklung referierten unter anderem Dr. Wolfgang Hoppenthaler, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärztever-bandes, und mehrere Ärztinnen und Ärzte des “Notrufs 113” – mit teils erschreckenden Schilderungen aus der hausärztlichen Praxis und der Entwicklung in Marburg und den inzwischen “verbundenen” Kliniken und sonstigen medizinischen Dienstleistern.

Das Programm war informativ und unterhaltsam, da u.a. auch der bekannte Kabarettist Bernd Regenauer mit einer – eigens für diesen Anlaß geschriebenen – Nummer auftrat, zudem waren auch eine Big Band und ein Duo der Stuttgarter “Tri-Bühne” Teil der Veranstaltung.

wallner1Aufmunternd war auch die Solida-ritätsadresse des österreichischen Paters und Professors Dr. Karl Wallner, der sich als Christ entschieden gegen die Betrachtung des Patienten als ‘Kunden’ wandte. Derlei klare Worte sind – spätestens ab einem gewissen Rang- seitens der katholischen Kirche eher selten, weshalb ich dem guten Mann meinen Respekt bekunde.

enger1Wesentlich fand ich auch gerade die Aussage von Dr. Ilka Enger, Mitglied des Bayerischen Facharzt-verbandes:  sie habe es sich nicht ausgesucht, “politisch” zu sein, vielmehr hielt sie ihren Beruf für “politisch und engagiert genug”, aber sie hat erkannt, daß es wohl nicht mehr ausreicht, einfach nur bestmöglich einen “humanitären Job” zu tun. Für mich war es die mutigste und erkenntnisreichste Rede an diesem Tag.

Mein vorläufiges Fazit: Eine gute Veranstaltung, mit vielen engagierten Bürgern, die die Nase voll davon haben, sich als “Kunde” – oder gar als Ware – betrachten zu lassen, und die ihre Rechte als Mensch und “Patient” wieder einfordern. Zur gesamten Problematik schreibe ich dann demnächst was, denn – den nächsten Arzt erst in bis zu 80 km Entfernung zu finden, vorzeitig aus der Klinik geworfen zu werden und generell nur noch unter Kosten/Nutzen-Aspekten betrachtet zu werden – so geht es nicht.

[fb]

[1] Offizielle Zahlen liegen mir noch nicht vor, weshalb ich auf eine eigene Schätzung zurückgreifen muß.

Fotos: Frank Benedikt, verwendbar unter GNU und CC

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In Soziales am 15. September 2009 um 04:58

Ohne Essen ab in's Bett!

Ein behinderter Münsteraner erhält von der örtlichen Tafel keine Lebensmittel mehr, weil er wohl nicht genug “Wohlverhalten” zeigte und ein kritisches Interview gab. Besonders pikant: auch seine Frau wird von der Tafel nicht mehr bedient, obwohl sie mit dem mißliebigen Interview nichts zu tun hatte. Nachzulesen ist das alles in der Jungen Welt von heute.

Da wird einem doch wieder mal klar, woher der Wind weht. Klappe halten und demütig das Köpfchen senken oder es geht ohne Essen ab in’s Bett!

[fb]

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In Politik am 12. August 2009 um 19:39