Pro domo et mundo

Artikel getagged ‘Gideon Levy’

Israel ist eine Gesellschaft von Zwang und Gewalt geworden

Von Gideon Levy, Haaretz

Woran werden die Israelis denken, wenn man sie löffelweise mit Schauergeschichten über die Flotille füttert, wenn nicht an den Einsatz von Gewalt? Diese Aktivisten wollen Soldaten der IDF umbringen? Wir werden aufstehen und ihnen zuvorkommen

Hören wir uns selbst zu? Sind wir uns bewusst, dass schreckliche Geräusche von uns ausgehen? Haben wir bemerkt, dass der Diskurs immer gewalttätiger wird, und wie  die Sprache der Gewalt dabei ist, unsere einzige offizielle Sprache zu werden? Ganzer Artikel »

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In Nahost am 3. Juli 2011 um 12:48

Ethnische Säuberung der Palästinenser oder das demokratische Israel an der Arbeit

Von Gideon Levy, Haaretz

Es geschah am Tag nach dem Unabhängigkeitstag, als Israel im Lob über sich selbst und seine Demokratie fast bis zum Geht-nicht-mehr eintauchte, und am Vorabend des (praktisch ungesetzlichen) Nakba-Tages, wie die Palästinenser die „Katastrophe“ – den Jahrestag der Errichtung Israels, nennen. Mein Kollege Akiva Eldar veröffentlichte, was wir schon immer gewusst haben, aber wofür uns die schockierenden Zahlen fehlten, die er nun aufdeckte. Seit den Oslo-Abkommen hat Israel das Wohnrecht von 140.000 Palästinensern aus der Westbank widerrufen. Mit andern Worten, 14 % der Westbankbewohner, die wagten, ins Ausland zu gehen, wurde ihr Rückkehrrecht nach Israel und für immer hier zu leben, verweigert. Mit andern Worten: sie wurden von ihrem Land und aus ihren Häusern vertrieben. In andern Worten: ethnische Säuberung. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 15. Mai 2011 um 20:25

Wer ist krank genug, um Amos Oz zu zensieren?

Von Gideon Levy, Haaretz

Die Ärzte im Assaf-Harofeh-Hospital müssen wirklich krank sein, wenn sie eine Einladung an Amos Oz zu einer Laudatio anläßlich einer Preisverleihung zurückziehen, weil er ein Exemplar seines Buches an einen inhaftierten Fatah-Führer gesandt hat

Als ich letzte Woche aus Tokio zurückkehrte, sah ich einen usbekischen oder vielleicht auch kasachischen Passagier, dessen Finger mit dicken Ringen besetzt waren, ein Buch auf Deutsch lesen: „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ von Amos Oz.  Ehrlich gesagt war ich erfreut und stolz darauf. Vor zwei Jahren sah ich in der wieder hergestellten Bibliothek von Alexandria einen ägyptischen Leser das selbe Buch ausleihen. Auch damals freute ich mich und war stolz darauf. Ich entdeckte auch Oz’ Bücher auf Regalen in der Siedlung Ofra und sogar Rabbiner Abraham Ravitz  (ein Knessetmitglied von United Thora Judentum) sagte mir  kurz vor seinem Tod, dass er das Buch heimlich las. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 4. April 2011 um 09:35

Israels Dissidenten retten das Land

Von Gideon Levy, Haaretz

Man stelle sich mit den Augen der Welt ein anderes Israel vor. In ihm gibt es kein B’Tselem. Kein „Das Schweigen brechen“, keine „Anarchisten gegen die Mauer“, kein Gush Shalom (Anm. d. A.: Kein Zochrot, kein ICAHD, keine Frauen in Schwarz, keine Machsom Watch Frauen)

Es gibt keinen „New Israel Fund“ und keine kleine Gruppe von radikalen und abweichenden Intellektuellen und Journalisten. Man stelle sich ein anderes Israel vor, das jede Art solcher Stimmen zum Schweigen bringt. Man stelle sich mal vor, wie es vor der Welt dastünde. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 29. März 2011 um 16:12

Israels Diplomaten sind rückgratlose Progagandisten

Von Gideon Levy, Haaretz

Dies geschah vor langer Zeit: Ich wollte in den Diplomaten-Kurs für das Auswärtige Amt aufgenommen werden. Israel war damals ein anderes Land, meine Ansichten über den Staat waren  nicht dieselben wie heute und Israels Gesandte im Ausland waren tatsächlich Botschafter. Seitdem ist viel Champagner geflossen und glücklicherweise bin ich nicht angenommen worden. Natürlich würde es  für mich unmöglich, immer die Politik meines Landes zu erklären. Irgendwie verspätet  wurde es Ilan Baruch, einem  älteren israelischen Diplomaten, klar, dass er nicht mehr in der Lage ist, diese Politik zu vertreten oder zu erklären. In der letzten Woche gab er sein Kündigungsschreiben ab, ein widerhallendes und eindrucksvolles Dokument, das im nächsten Diplomatenkurs  studiert werden sollte. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 15. März 2011 um 23:15

Die ägyptischen Massen wollen nicht weiter die Verbündeten Israels spielen

Von Gideon Levy, Haaretz

Vor drei oder vier Tagen war Ägypten noch in unserer Hand. Die Armee von Sachverständigen, einschließlich unseres Spitzenexperten zu Ägypten, Benjamin Ben-Elieser, sagte: „Alles ist unter Kontrolle“, dass Kairo nicht Tunis sei und dass Mubarak stark sei. Ben-Elieser sagte, er habe über Telefon mit einem ranghohen ägyptischen Offizier gesprochen, der ihm versicherte, dass es keinen Grund für Besorgnis gebe. Man könne sich auf Fuad und Hosni verlasse, beide kurz davor, „Gewesene“ zu werden. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 7. Februar 2011 um 15:24

Wann wurde es illegal, ein Linker in Israel zu sein?

Von Gideon Levy, Haaretz

Es wird höchste Zeit, ein juristisches Verbot gegen die israelische Linke zu erlassen. Warum reden wir weiter um den heißen Brei herum? Warum benötigen wir solch einen strapaziösen Rechtsprozess, bis ein Gesetz nach dem anderen erlassen wird? Was ist der Sinn all der verschiedenen Vorschläge und Veränderungen? Anstelle von all dem eben Erwähnten lasst uns eine sehr einfache Sache erledigen: die Linke in Israel für illegal erklären. Von jetzt an gehört jeder, der links denkt, links handelt, links demonstriert und links toleriert ins Gefängnis. Ganzer Artikel »

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In Meinung, Nahost am 9. Januar 2011 um 11:32

Israels Presse zensiert die Wahrheit weg

Von Gideon Levy, Haaretz

Wir trafen uns in dieser Woche in Eilat zu unserer Jahreskonferenz; nehmen wir sie auch als Gewissensprüfung. Es gibt viele Gründe stolz  zu sein über das, was wir schreiben, über das, was im Radio verbreitet, aufdeckt und zum Ausdruck gebracht wird. Nicht überall kannst du solch eine dynamische Presse oder eine solch freie Presse finden. Aber, Freunde, diese Freiheit ist in großer Gefahr,  es ist eine Freiheit, deren Vorteile wir nicht ausnützen. Rund um uns brennt ein gefährliches Feuer und selbst, wenn es uns noch nicht erreicht hat, ist es auf dem Weg – doch wir sind selbstzufrieden . Das Monster kommt, und es ist niemand da, der es aufhält. Ganzer Artikel »

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In Nahost am 29. November 2010 um 20:11

Nichts hat sich verändert

Von Gideon Levy, Haaretz

In 37 Jahren hat sich nichts verändert. Israel hat dieselbe arrogante Anmaßung und denselben hartnäckigen Widerstand gegenüber jeder Aussicht auf ein Friedensabkommen.

Der Akt der Buße, mit dem wir gerade beschäftigt sind, nachdem  kürzlich Dokumente über den Yom-Kippur-Krieg frei gegeben wurden, ist nichts anderes als ein hohler heidnischer Ritus. Auf einmal  erfahren wir, dass Golda Meir eine “wahnwitzige” Operation  gegen Syrien in Betracht zog und die Welt für  „verachtenswert“ hielt; der Verteidigungsminister Moshe Dayan rief dazu auf, verletzte Soldaten auf dem Schlachtfeld zu lassen und war  zutiefst depressiv und Israels Stabschef der IDF David Elazar neigte dazu, die Öffentlichkeit zu belügen

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In Nahost am 10. Oktober 2010 um 12:39

Marionettentheater

Von Gideon Levy, Haaretz

In den nächsten Wochen werden wir es wissen: Gibt es in Israel ein echtes Theater oder ist es nur ein Marionettentheater? Sind unsere Theaterkünstler wirkliche Schauspieler, Stückeschreiber und Direktoren oder sind sie Marionetten? Das israelische Theater stellt „moralische Blindheit“ dar – ein Spiel mit unendlich vielen Akten.

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In Nahost am 5. September 2010 um 15:02

Araber raus!

Von Gideon Levy, Haaretz

Nun gut, sagen wir, sie hatten Erfolg. Sagen wir, dass die rassistischen, nationalistischen Mitglieder der Knesset erreicht haben, was sie wollten: die Vertreibung der arabischen Mitglieder aus der Knesset. Nehmen wir an, dass die Hoffnungen des süßlippigen Extremisten Otniel Schneller, des „Demokraten“ Ofir Akunis und des Nationalisten Avigdor Lieberman so weit gekommen sind und die Knesset nun frei von Arabern ist.

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In Nahost am 28. August 2010 um 23:42

Gerissener Bibi

Von Gideon Levy, Ha’aretz, 15.07.2010

Israel hatte seit Menachem Begin viele rechte Politiker, die “viele Elon Morehs” [1] versprochen haben, aber noch keinen wie Netanjahu, der dies durch Täuschung erreichen will

Dieses Video sollte nicht für Minderjährige ausgestrahlt werden. Dieses Video sollte aber in jedem Haus in Israel gezeigt, dann nach Washington und Ramallah geschickt werden. Es sollte Kindern nicht gezeigt werden, damit sie nicht verdorben werden, aber im ganzen Land und in aller Welt verteilt werden, sodass jeder erkennen wird, wer die Regierung Israels anführt. Kanal 10 präsentierte: das wirkliche und betrügerische Gesicht von Benjamin Netanjahu. Es wurde ausgestrahlt am Freitagabend in „Diese Woche mit Miki Rosenthal,“. Es wurde 2001 heimlich bei einem Besuch des Bürgers Netanjahu aufgenommen, als er im Haus einer trauernden Familie in der Siedlung Ofra war – und erstaunlicherweise hat es keinen Aufruhr verursacht.

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In Nahost am 18. Juli 2010 um 15:26