Pro domo et mundo

Amazon und Hungerlohn

Von Frank Benedikt

Ja, ich gestehe – auch ich habe schon bei Amazon Bücher gekauft und dort sogar eine “Wunschliste”. Daß dieser Moloch den Einzelhandel, sprich: die klassischen Buchläden austrocknet, war mir auch stets klar und ich fühlte mich unwohl dabei. Dem Buchhandel um die Ecke geht es seit langen Jahren zunehmend schlecht und der Druck durch das Internet und den amerikanischen Grossisten verbessert die Situation natürlich nicht.

Gestern schrieb Spiegel Online etwas darüber, daß Amazon sich auch unentgeltlich Arbeitsloser bedienen würde, um sein Geschäft zu betreiben. Das ist ja nicht wirklich neu, denn seit der “Generation Praktikum” wissen viele von uns, wo der Hase lang läuft. Allerdings bekommt es durch die schiere Größe des Internet-Buchhändlers eine völlig neue Dimension und ich finde es nicht mehr “zu vernachlässigen”. Derlei muß(!) thematisiert werden und wenn Amazon dies nicht nach der Berichterstattung abstellt, werden wir dranbleiben – Blogger, Journalisten und Partei -, um dieses zu ändern.

Natürlich ist es auch “ein weiterer Fehler im System”, denn Gesetz und ARGE  geben das augenscheinlich her, aber den Nutzen zieht eben die Firma daraus. Somit rufe ich alle Freunde und Kollegen dazu auf, bis auf Weiteres nicht mehr bei Amazon zu kaufen oder gar für sie zu werben.  Oh Gott – ein Boykott :-D Die Rechtsabteilung des Konzerns mag jetzt gerne eine Klage in Erwägung ziehen, aber es sei ihr Eines gesagt: Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen greifen, einen Kritiker, dessen Brüder Anwälte sind, zu verklagen, ist auch nicht sehr intelligent, und “schlechte Presse” kann Amazon sicher nicht noch mehr brauchen.

Hier und jetzt werden “wir” ein Exempel statuieren – wenn der Internetbuchhändler (der im Übrigen auch sehr üppige Anteile für seine Mittlerdienste nimmt), zur Vernunft kommt und diese Praxis ändert, werden wir neu bewerten. Bis dahin aber ist Amazon “off limits”!

[fb]

Grafik: Frank Kopperschläger

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In Deutschland, Wirtschaft on 28. November 2011 at 15:34

  1. Nun, Du wirst mir nicht widersprechen, wenn ich schreibe, dass Amazon nur die spitze des Eisberges darstellt.

    Wie wäre es mit einer ‘Schwarzliste’?

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    • Garantiert kein Widerspruch von mir :-) Dieser Eisberg ist halt nur besonders groß und ragt damit heraus.

      Ein Schwarzbuch oder eine schwarze Liste wäre in der Tat keine blöde Idee, wenn sich denn ein paar Freiwillige finden, die die Arbeit übernehmen.

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      • Danke für Deine Antwort.

        Je mehr ich allerdings darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass je tiefer man prüft, desto mehr nähert sich diese Liste den Gelben Seiten.

        Womit wir dann bei der Systemkritik angelangt wären… ;-)

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        • Ja, leider. Eigentlich kann man “guten Gewissens” kaum noch wo etwas kaufen. “Anstand und Moral” wurden nämlich als Erstes verhökert (vermutlich gar verschenkt) und jetzt ist “Ausverkauf” angesagt.
          Für meinen Teil werde ich das weiter nicht mitmachen und es gibt ja bereits einen Trend zu “ethischem Handeln” in der Wirtschaft. natürlich macht sich Amazon nicht etwa strafbar, sondern nutzt nur vorhandene Fehler im System, aber auch dort sollte man die Zeichen der Zeit erkennen und sein eigenes Handeln hinterfragen.

          “Systemkritik”? Ja, die wäre sehr nötig, geht es doch um nichts Geringeres als unser Leben.

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        • Richtig.

          Und bei vielen Produkten (nicht bei allen) kommt man dann an einen Punkt, an dem man feststellen muss, dass man zwar beim Einkauf eventuell (aber auch nur eventuell) unsozial agierende Handelsunternehmen durch kleinere, ihren Mitarbeitern wie auch Kunden verpflichtete Händler ablösen kann. Dieser verkauft jedoch auch nur das Produkt eines unsozial agierenden großen Herstellers.

          Da hülfe nur kompletter Konsumverzicht für diese Produkte/Branche. Aber wäre es wirklich möglich, gänzlich ohne bestimmte Produkte auszukommen? Da liegt ja die Krux! Oder könnte sich jemand vorstellen, ab morgen wieder am Waschbrett zu stehen und mühsam seine Wäsche per Hand zu waschen, weil a) die Hersteller von Waschmaschinen und b) die Hersteller von Waschmittel (beide Beispiele sind willkürlich und ohne jeden Faktenhintergrund gewählt, nur zur Verdeutlichung) unsozial handeln?

          So groß die Konsummacht auch ist (ich selbst bin ja auch ein Vertreter dieser Herangehensweise), letztlich ist sie dennoch begrenzt. Ohne Regelungen, die durch Gesetze den Schutz der Menschen (Mitarbeiter wie Konsumenten) gewährleisten, ist unsere Wirkungsmacht nur beschränkt. Es nützt nichts – nur Regierungen und Gesetzgeber haben die notwendige Durchschlagsfähigkeit, die sozialen Verwerfungen zu beseitigen.

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          • Da letztere (Regelungen, Gesetze) sie aber anscheinend nicht wollen, müssen wir uns imho darauf besinnen, daß “wir” der Souverän sind!

            Um es mal “allen zu sagen”: Nein! Es ist nicht nur der Fehler eines politischen Systems, auch nicht der einer Firma, die das weidlich ausnützt. Es ist UNSER Fehler, denn wir nehmen unsere Verantwortung nicht wahr, schreiten nicht ein, sondern fördern dasd auch noch finanziell. Können wir jetzt anfangen, mal unsere Fehler zu korrigieren und etwas zu ändern?

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            • Das ist ja theoretisch alles gut und richtig. Dies habe ich ja auch geschrieben.

              Nur, um mal das Beispiel von mir aufzugreifen. Spuckst Du in die Waschmaschine, weil alle Waschmittelhersteller unsozial agieren, in der Hoffnung, dass Deine Spucke wie ein Waschmittel wirkt? Besorgst Du Dir ein Waschbrett, weil alle Waschmaschinenhersteller ihre Mitarbeiter extremst ausbeuten und Du deshalb von niemandem mehr ein Waschmaschine kaufen möchtest?

              Auch uns als Konsumenten, selbst wenn wirklich alle an diesem einen Strang ziehen würden, sind Grenzen gesetzt. Und dabei habe ich noch nicht einmal ein weiteres Argument vorgebracht, welches den Zwang eines Teils der Konsumenten beinhaltet. Wer nämlich extrem wenig Geld zur Verfügung hat, hat gar keine Möglichkeit, sich denjenigen auszusuchen, der sozial handelt. Ich weiß, dass Du dies ja auch weißt. Da hülfe, wie schon oben erwähnt, nur ein totaler Konsumverzicht.

              Aber dies geht bei manchen Dingen einfach nicht. Man kann zwar darum wissen, dass die großen Einzelhändler durch die Bank weg ihre Mitarbeiter mies bezahlen und es mit der Arbeitsbelastung auch nicht so genau nehmen. Trotzdem kommt man nicht umhin, bei ihnen einzukaufen, wenn man wenig Geld hat, weil man sich den kleinen Fleischer/Bäcker o.ä. leider nicht leisten kann.

              Sicher, ich selbst versuche ja auch, solche ausbeuterischen Firmen nicht großartig zu unterstützen. Aber ich merke immer wieder, wie auch meinen Bestrebungen gewisse Grenzen gesetzt sind. Ich habe bisher nur einmal bei Amazon gekauft, dies ist schon zwei Jahre her, und ich werde dies vermutlich nicht wiederholen. Auch aus obigen Gründen. Ich nutze kein Paypal (siehe Verhalten bei Wikileaks) und mache auch einige andere Dinge nicht.

              Wenn ich aber einmal genauer hinterleuchte, wo (und wessen Produkte) ich immer noch kaufe (kaufen muss), steht bei vielen immer noch ein ganz großes Fragezeichen hinter deren Sozialverhalten.

              Das ist ja die Krux. Je unsozialer ein Unternehmen agiert, umso mehr Gewinn scheffelt es, d.h. umso “erfolgreicher” ist es. Und selbst diejenigen von uns, die guten Willens sind und dieses (Fehl-)Verhalten gern bestrafen möchten, werden oftmals durch die Umstände gezwungen, dennoch dort zu kaufen und damit dieses Verhalten sogar noch zu “belohnen”. Oder wir kaufen alternativ bei einem anderen Unternehmen, welches genauso handelt, wir sind uns dessen nur nicht bewusst, und unterstützen dieses damit.

              Dies dürfen wir bei der Betrachtung nie aus den Augen verlieren.

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            • Noch ein Beispiel. Und daraus folgend dann die Verallgemeinerung.

              Ich brauchte vor kurzem Motoröl fürs Motorrad. Da erinnerte ich mich daran, dass mehrfach der Eigner von Liqui Moly, Ernst Prost, in letzter Zeit öffentlich aufgetreten ist und dabei auf mich einen äußerst sozial-engagierten Eindruck gemacht hat. Überprüfen anhand von Fakten kann ich dies zwar nicht, aber ich bin geneigt, ihm dies zu glauben. Also habe ich Motoröl von Liqui Moly gekauft.

              Mal von der Unmöglichkeit abgesehen, dass ich dies gar nicht bei jedem einzelnen Produkt machen, was ich irgendwann einmal kaufe. Denn dann wäre ich jeden Tag mindestens 48 Stunden nur damit beschäftigt, zu überprüfen, wer etwas wo wie und unter welchen Umständen herstellt und vertreibt. Womit wir auch beim von mir so “geliebten” homo eoconomicus wären. Diese fiktive Gestalt existiert nur in den Köpfen von verwirrten Elfenbeinökonomen. Fakt ist aber folgendes.

              Wenn ich ein Produkt benötige, und einen Hersteller (und/oder Händler) aufgrund seines unsozialen Handelns ausschließe, benötige ich einen alternativen Hersteller/Händler, der anders, besser handelt. Gibt es einen solchen nicht (oder ich weiß es nur nicht), sitze ich in der moralischen Zwickmühle. Ohne Motoröl mache ich das Motorrad kaputt. Kaufe ich Motoröl von einem unsozial handelnden Hersteller, weil es keinen gibt, der sozial agiert, verstoße ich gegen meine eigenen Grundsätze.

              Solange es wirkliche Alternativen gibt (umd man diese auch kennt), ist das kein Problem. Gibt es diese aber nicht, wird es mehr als nur schwierig.

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            • Bei den ganz Großen, welche in Aktienmärkten gehandelt werden, ließe sich eine politische Forderung nach einer Art “sozialem Aktienpool” anbringen, um unsere Möglichkeiten, unsere Verantwortung überhaupt wahrzunehmen, zu erweitern. In diesem sollte dann aber von Anfang an keine Wert auf Gewinn durch Dividenden gelegt werden und neben den rein finanzierend wirkenden Aktien auch, zum Zwecke der Demokratisierung, stimmberechtigte Aktienpakete erworben werden, welche auch im Falle eines unsozialen Verhaltens des Konzernes nicht zwangsläufig abgestoßen würden. Die Nutzung der Stimmen könnte dann im Gegenzug direktdemokratisch entschieden oder, wahrscheinlich einfach praktikabler, in regelmäßigen Abständen aleatorisch neu vergeben werden.

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          • Da wir die maximale Antworttiefe erreicht haben, halt hier ;-)

            Lutz, es ist “ganz einfach”: Wenn ich auch nicht eine ganze Kampagne im Sinn hatte, so läuft sie jetzt doch und die Kollegen aus Blogosphäre und Presse sind dabei. Amazon WIRD Probleme bekommen, gerade auch noch vor dem Weihnachtsgeschäft. Wenn sie dort vernünftige Leute haben, werden sie ganz schnell diese Praxis ändern und uns alle auch darauf hinweisen. Falls nicht, wird es zumindest für sie ein bitteres Fest geben …

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            • Da bin ich ja absolut bei Dir.

              Ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir aufgrund der einen öffentlich festgestellten Asozialität die anderen Asozialitäten nicht aus den Augen verlieren. Und das unserem Handeln oftmals auch Grenzen gesetzt sind, wenn die wirklichen (guten) Alternativen fehlen.

              Denn Fakt ist eins: Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden diejenigen Unternehmen am meisten belohnt, welche sich am asozialsten verhalten, weil diese z.B. die niedrigsten Löhne bezahlen. Diesem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

              Ein Punkt wäre dabei ein ausreichender, allgemeingültiger Mindestlohn. Und darüber hinaus eine gleichmäßige Aufteilung der vorhandenen Arbeit auf alle Menschen. Und all dies kann nur der Gesetzgeber leisten. Wenn er denn täte, wonach er laut eigenem Grundgesetz verpflichtet ist: dem Gemeinwohl zu dienen.

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            • Oops, was vergessen:

              … (verlieren) dürfen.

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  2. Dabei kann man Amazon noch nicht mal einen echten Vorwurf machen. Die machen etwas völlig Legitimes, zumindest nichts Verbotenes. Die profitieren von einem gesellschaftlichen Klima, in dem immer noch Arbeitgeber per se als große Wohltäter gelten und Arbeitnehmer bzw. Arbeitslose als Vieh, das ungestraft immer weiter geschurigelt werden darf und dem man am besten noch den letzten Rest an Selbstachtung austreibt.
    Beim Boykott des Ladens bin ich gern dabei. Nur mache ich mir keine Illusionen über die Erfolgsaussichten. Ich fürchte, die Masse der Lemminge wird weiter brav da bestellen – weil’s halt so praktisch ist.
    Trotzdem schön, wieder was von dir zu lesen!

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    • Richtig, aber es bleibt trotzdem schäbig. Man muß nicht alles machen, nur weil es “erlaubt ist”.

      Und ich denke, der “Boykott” wird seine Kreise ziehen, was ich so von den Kollegen lese. Die Tage ist jqa auch Jens endlich mit seinem Buxchskript fertig und ich hoffe, daß er sich dann auch an dieses Thema setzt und bei NDS und Spiegelfechter einige Leute mehr darauf hinweist.

      Und ich wollte ja wirklich “die Klappe halten”, aber das geht mir sowas von gegen den Strich …

      Danke, daß Du mich willkommen heißt – es gibt auch Leute, die froh wären, wenn ich endlich verstummen würde ;-)

      Frank

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  3. Könnte glatt an der Konnotation der Worte “geben” und “nehmen” liegen, dass sich hierzulande jeder Hinz eher zum Arbeitgebervertreter berufen fühlt, obwohl er selbst sein Dasein am Fließband fristet. Unsere christlich-jüdisch-wettbewerbsorientiert-christlichen Grundwerte sind uns heilig, na klar…

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  4. Als Spitze des Eisberges sehe ich Amazon auch. Macht halt schön was her, wenn man gleich von “Tausenden” statt von “einigen” berichten kann. Als Betroffener sehe ich die Situation mittlerweile sehr pragmatisch. Dieses System ist von Politik, Industrie und weiten Teilen meiner Mitmenschen gewollt – Verweigerung unsererseits wird sanktioniert, Kritik tot geschwiegen.

    Schlimmer noch als Amazon empfinde ich kleine Betriebe, bei denen man sich als Hartzer tatsächlich noch Hoffnungen auf eine Übernahme macht. In meinem Fall ein Kleinunternehmen, das mit gebrauchten PCs handelte, ein Unternehmen mit insgesamt 15 Mitarbeitern, von denen lediglich drei fest Angestellt sind und nicht zu vergessen ein zwei Personen Unternehmen, die sich während eines Praktikums eine Website von mir erstellen ließen und danach dann doch keine Verwendung für mich hatten.
    Worauf ich damit hinaus will? Bei Amazon weiß man zumindest gleich woran man ist, zählt die Tage auf dem Kalender und reißt seine Zwangsverpflichtung runter.

    Die Empörung allerdings, speziell von Springer und Bertelsmann, ist schlicht und einfach widerwärtiges Kalkül. Ein lautes Amazon-Bashing in der Vorweihnachtszeit dient hier weniger einer Empörung, geschweige denn einer Einicht, als vielmehr einer kalkulierten Hilfestellung für den eigenen Geldbeutel. Egal ob Bertelsmann, der über Gruner & Jahr direkt am Spiegel-Verlag beteiligt ist seinen Buchversand über den Club Bertelsmann pushen will, oder der Springer-Verlag, der seine Beteiligungen an z.B. buecher.de aufwerten möchte – hier ist die Interessenlage mehr als eindeutig und die ach so geknechteten Arbeitslosen dienen lediglich als Vehikel :-(

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    • Denen schon -”uns” nicht :-) Deine Ergänzungen halte ich für “wichtig und richtig”, aber deshalb schweigen? Nein, das wäre hier falsch.

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  5. Über den Freiheitsbegriff (bsp. verfassungs- äh, entschuldigung grundgesetzverbriefte Berufsfreiheit) ist ein sehr guter Artikel gepostet worden: http://the-babyshambler.com/2011/11/28/lasst-uns-uber-freiheit-reden/
    Amazon ist die Spitze des Eisbergs unbezahlter Arbeits- bzw. Praktikumsverhältnisse.

    Andere Eisberge schwimmen ebenfalls in dem Meer unserer ach so freiheitlichen Gesellschaft herum.
    Einer davon sind BEZAHLTE Arbeitsverhältnisse, die zum Leben nicht reichen.
    Auf breiter Front wird der Rahm UNSERER Arbeitsleistung abgeschöpft, wobei die Spitze der Pyramiden (huch – ne weitere Metapher!) nicht(!) die Bangster darstellen.

    Das ganze *%$&§! System ist korrupt.

    Was und wo kann man denn noch kaufen ohne sich wirklich schuldig zu machen???

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  6. [...] hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon einen überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist [...]

  7. [...] P.S. Auch interessant, der Boykottaufruf von Frank Bennedikt [...]

  8. [...] Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu [...]

  9. Ist doch quatsch mit dem Boykott- Aufruf! “Hilfe, der Wolf frisst den Hasen, den man ihm vorgeworfen hat, er darf das nicht, tötet den Wolf!” Der Staat ist Schuld, er hat den Hasen dem Wolf in den Käfig gelassen, also muss der boykotiert werden. Amazon macht nur das, was ich auch getan hätte, nämlich mit legalen Mitteln einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Für diese schlaue Art den Staat vorzuführen kaufe ich mehr bei Amazon.

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    • DU vielleicht. Ich und viele andere nicht mehr. “Anstand” ist nicht nur ein hohler Begriff, und man muß nicht alles machen, nur weil “es erlaubt” ist. Du scheinst mir ein Zyniker und das brauche zumindest ich nicht, war ich doch lange selbst einer.

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  10. [...] dieser Information hat der Blog binsenbrenner.de zu einem Boykott von Amazon aufgerufen und die Schaltung von Anzeigen auf seiner Webseite bis auf [...]

  11. Schaut mal in die Gesichter eurer Paketzusteller. Amazon liefert auch mit Hermes:”Peter ist Paketbote für die Hermes-Gruppe. Der Bote wird pro Paket bezahlt – für eine erfolgreiche Zustellung bekommt Peter 60 Cent. Sein Auto, das Benzin und die Versicherung muss er selbst bezahlen. Krank werden oder Urlaub machen? Geht nicht. Dann gibt es kein Geld. Peters Verdienst liegt trotz 60-Stunden-Woche nur knapp über Hartz-IV-Niveau.”
    http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,778200,00.html

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    • Yep. Ich seh auch regelmäßig meinen UPSler und den DHLer. Beide kenne ich noch aus Tagen, in denen ich noch selbständig war und ihnen regelmäßig was zum Versand mitgab. Denke, daß auch die nicht besser als der exemplarische Peter bezahlt werden. Es ist eine Schande!

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  12. [...] vor der Tür, Hochkonjunktur für die Versandhäuser. Der Marktführer Amazon fällt in diesem Jahr unangenehm auf weil er seine Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft von der Arbeitsagentur bezahlen lässt. Das [...]

  13. Lust auf Walfleisch? Amazon bietet auf der japanischen Seite Walfleisch an.
    Amazon wuerde auch Menschfleisch verkaufen, wenn es in dem jeweiligen Land legal waere (oder die eigene Mutter).

    Moral? Die zaehlt nur wenn Geheimdokumente in einem der weltweit verteilten und eigenen Rechenzentren hinterlegt werden (wikileaks), weil es gegen US-Gesetze verstoesst. Walfleisch darf dagegen dann nach US-Gesetz verkauft werden.

    Nach Amacrapzons Richtlinien duerften eigentlich keine Buecher verkauft werden.

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  14. warum kauft und bestellt ihr nich teure bücher beim buchhändler um die ecke ? noch gibt es unabhängige, kleine, inhabergeführte buchläden….noch….und die sind auf jeden eurer käufe angewiesen um zu überleben….

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  15. Zitat: “Nun, Du wirst mir nicht widersprechen, wenn ich schreibe, dass Amazon nur die spitze des Eisberges darstellt.
    Wie wäre es mit einer ‘Schwarzliste’?”

    Naiv wie ich bin, habe ich das mal bei “meiner” IHK probiert. Ich wollte (nach einem Fernsehbericht 2009) von denen wissen, ob sie Daten zum Umfang dieser “Wiedereingliederungsmaßnahmen” hätten und welche Unternehmen dies in welchem Volumen in Anspruch nähmen. Der Verdacht liegt ja nahe, daß die IHK als verwaltendes Zentralorgan Daten hat. Nach 3 Monaten der Weigerung -wegen Datenschutzes- und ständiger Vertröstungen überhaupt Stellung zu nehmen bekam ich 1 Tag nach der BTW-Wahl einen Anruf von besagter IHK. Man weigerte sich erneut, schriftlich Stellung zu beziehen und machte mich darauf aufmerksam, daß 2 Juristen mithören würden. Das hatte einschüchternden Charakter. Erneut bekam ich keinerlei Information, sondern lediglich die Aussage, es lägen keine Beschwerden über Mißbrauch der Gesetzeslage vor (worauf ich nochmals zurückkommen werde) und ich möge doch selbst versuchen, Mißbrauch aufzudecken. Die Frage ist: Ist vorstellbar, daß Unternehmen und/ oder verwaltende und vermittelnde Behörden und/ oder sprießende “gemeinnützige Organisationen”, die sich derselben Masche bedienen, klare Informationen über Volumen und Intensität dieser Modelle herausgeben? Die Motivationen sind zwar unterschiedlich, aber jeder Teilnehmer dieses organisierten Ausbeutungsmodells profitiert auf seine Weise. Einen Überblick, daß und wie verbreitet die verschiedenen Varianten solcher Modelle sind, kann man sich verschaffen, indem man die Schnittstellen zwischen “Staat” und “Unternehmen” als Geber und Nehmer recherchiert: Das wäre die Industrie vieler “gemeinnütziger Organisationen”, die z.b auf ihren Websiten darauf hinweisen, daß sie “in den Arbeitsmarkt zu integrierende Personen” per Auftrag an Industrie, Dienstleister und sogar in Haushalte!! vermitteln oder kurzerhand gleich selbst beschäftigen. Wohlgemerkt unter finanzieller staatlicher Unterstützung, die zum Teil erheblich ist.

    Aus obigen Gründen ist nur logisch, wie es zur Aufdeckung des Amazonverhaltens kam: Ein Gott sei Dank renitenter und mehrfach zur Ausbeutung herangezogener Arbeitsloser scheint es gewesen zu sein, der den Stein in`s Rollen brachte. Ich würde diesen Menschen für eine Ehrung vorschlagen. Weder Journalisten noch bei Amazon angestellte noch Arbeitsagenturmitarbeiter noch sonst jemand hat sich darum geschert oder hat das Ganze sogar noch “wohlwollend begleitet und/ oder gefördert”, wohlgemerkt über Jahre hinweg. Eine Mauer des Schweigens, Wegsehens etc wie sie in mafiös organisierten Strukturen üblich ist; nur selten dringt etwas nach außen.

    Zuletzt: Ich höre immer wieder von der “Schläue” dieser “Gesetzeslücken ausnützenden” Unternehmen und vom “Preisvorteil”, den der Einkauf bei solchen mit sich bringt. Soweit man mittlerweile weiß, sind Gesetze recht preisgünstig zu haben (FDP/ Hotelerie) und bei der geballten politischen und finanziellen Potenz sämtlicher Lobbys ist es ein Leichtes, ein Gesetz passend zu kaufen und zu diktieren. So wird ruchloses Treiben mehr oder weniger salonfähig gemacht und auf den ersten Blick “legitim”. Bei solchen Konstellationen wundert es nicht, daß selbst bei eklatanten Schieflagen auch kaum oder gar nicht nachgebessert wird. Der “Preisvorteil” des Kunden hingegen schwindet recht rasch, wenn man in den Produkt- oder Dienstleistungspreis den über Umwege entrichteten Bürgeranteil zur Finanzierung der jeweiligen “Maßnahmen” zuzüglich der Folgekosten ruinierter fairer Unternehmen mit entsprechender “Freistellung von Arbeitskräften” einrechnet.

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  16. Da der Gesetzgeber ganz schrecklich erschrocken über die Gesetzeslücke ist, die Amazon so gemein ausgenutzt hat, hat man sich entschlossen, diese ab 2012 noch zu vergrößern.

    “Die mögliche Dauer einer betriebsnahen Erprobungsphase bei einem Arbeitgeber wird von vier auf bis zu sechs Wochen erhöht. Für Langzeitarbeitslose und junge Menschen mit schweren Vermittlungshemmnissen im Rechtskreis des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) wird die mögliche Dauer dieser Erprobungsphasen auf bis zu zwölf Wochen verlängert.”

    Quelle: http://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/neues-jahr-2012.html

    Danke, Deutschland!

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  17. Wer umsonst arbeitet ist ein Idiot!

    Mfg

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  18. Ein bestimmtes schwedisches Möbelhaus ist auch nicht besser…

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  19. [...] zu lassen oder b fristgemäß kündigen genau wie mit streikenden Lokführen ; BTWAmazon und Hungerlohn :: binsenbrennerde Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen greifen einen Kritiker dessen Brüder [...]

  20. Amazons Weihnachtsgeschäft… Der Boykottaufruf war von *2011*. Was ist denn draus geworden? In den Systemmedien habe ich nichts mehr davon gehört.

    Cheers, Chantal

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  21. [...] er seine Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft von der Arbeitsagentur bezahlen lässtAmazon und Hungerlohn :: binsenbrennerdevor der Tür Hochkonjunktur für die Versandhäuser Der Marktführer Amazon [...]

  22. Amazon muss hart verurteilt werden-es muss weh tun.
    Genauso wie es den Arbeitern weh tut wenn sie für ihre geleistete Arbeit nicht gerecht entlohnt werden und wie Pakete wieder in Ihr Land zurück geschickt werden.

    Nur schuld ist die Regierung die die Gesetzeslücken nicht schliesst um solch eine Ausbeuterei, was Amazon eben durch die Gesetzeslücken, schamlos ohne rot zu werden, ausnutzt.

    Der wirkliche Verbrecher oder Ausbeuter ist nicht nur Amazon, oder auch andere Handelsgesellschaften,nein die Regierung, die die Gesetze zuilässt, oder verabschiedet das solche Machenschaften dadurch “ermöglicht” werden.

    Von einem Sozialstaat kann man hier nicht mehr reden wo Arbeiter bis aufs “letzte Hemd” ausgenutzt verachtet ausgebeutet und vielleicht sogar misshandelt werden.

    Nur wer wehrt sich hier massiv dagegen???? Keiner, weil es vielen immer noch zu gut geht,und der Deutsche zu bequem ist sich zur wehr zu setzen leider.

    Irgendwann liegt der Deutsche Arbeiter ganz am Boden und kann sich keine Scheibe Brot mehr leisten und die ausländer treten noch auf uns drauf und lachen sich kaputt.

    Plünderungen Diebstähle und Einbrüche werden an der Tagesordnung sein ..das kann ich garantieren wenn sich in Deutschland nichts ändern sollte…

    Ändert was oder geht unter…sonst sehe ich schwarz…
    Hurrah deutschland…der letzte macht das Licht aus

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