15. Oktober 2011, ein Tag, den man sich merken sollte. Erstmals gingen in der ganzen Welt, in über 900 Städten, Menschen gegen das aus dem Ruder gelaufene Finanzsystem und für mehr demokratische Partizipation auf die Strasse. Auch in Deutschland gab es in vielen Städten Veranstaltungen und ein paar Blogger haben sich zusammengetan, um ein kleines Stimmungsbild des vergangenen Tages an verschiedenen Orten zu zeichnen.
Den Auftakt macht Florian “Fleur” Kortemme, vom Blog Fleurseur in Berlin, die Bilder dazu stammen von Manfred Hulverscheidt (auf dessem YouTube-Kanal Ihr auch ein paar Videos zum Tag finden könnt):
Es ist ein bunter Haufen, der sich gegen 13 Uhr am Neptunbrunnen in der östlichen Stadtmitte zusammengefunden hat. Ein Gewirr der Sprachen erfüllt den Platz. Neben Transparenten in deutscher finden sich auch englisch-, spanisch- und griechischsprachige, neben zottelbärtigen Sandalenträgern, Menschen mit modisch-unangepasst frisiertem Haupthaar in teurem Markenturnschuhwerk, Ältere und Junge, diverse Verbände und Gruppierungen, Menschen, die trotz ihrer Verschiedenheit ganz ähnliche Sorgen auf die Straße treiben: Lohneinbußen, steigende Gesundheitsabgaben, zunehmende Perspektivlosigkeit und eine sich machtlos gebende Politik, die die Interessen der Allgemeinheit ungeniert denen der Konzerne unterordnet – den durchaus positiven Wirtschaftsdaten zum Trotz wohlgemerkt.
Konkret thematisiert wird Vieles: zuvorderst natürlich die Rückgewinnung des politischen Primats und die schon vor Jahren versprochene Regulierung der Finanzmärkte, wegen der offensichtlichen Verstrickung mit Ersteren aber ebenso Umweltbelange, Friedenspolitik und selbstverständlich auch lokale Konflikte wie der um die unterirdische Kohlendioxidspeicherung in Brandenburg und die Angst vor der Reinstallation des SPD-CDU-Filzes, der vielen Berlinern noch aus den Neunziger Jahren in schlechter Erinnerung ist.
Gegen 14 Uhr kommt Bewegung in den Zug. Begleitet von klassischen Protestsongs geht es vorbei an der Humboldt-Universität, Souvenirgeschäften, Bars und dem Europahaus, vor dem mehrere aneinandergeknüpfte, in die Flaggen taumelnder EU-Staaten gehüllte Demonstranten lautstark gegen den Ausverkauf griechischen Staatsvermögens protestieren. Ein älterer Mann versucht am Rande des Zuges Jüngeren, die Ungeheuerlichkeit der derzeitigen Staatsfinanzierung begreiflich zu machen und erntet doch nur Kopfschütteln, scheitert, muss scheitern, denn diesen Wahnsinn, den kann man niemandem begreiflich machen, niemandem.
Nahe des Reichstags dröhnt ohrenbetäubender Lärm herüber. Pfiffe, Rufe, Trommelklänge. Ein junger Mann gibt mithilfe eines elektrischen Megaphons Parolen aus. Die Menge auf der bereits gut besuchten Reichstagswiese antwortet und diskutiert. Der Demonstrationszug marschiert an ihnen vorbei, biegt ab am Kanzleramt, vor dem zwei Männer ein riesiges Plakat in diverse Kameras halten: „Kein Geld für Zocker! Geht arbeiten ihr Penner!“ Die klaren Worte kommen an.
Ein weiterer Schwenk und auch der Zug erreicht die Reichstagswiese. Die Musik verstummt, die Lautsprecher werden der Öffentlichkeit übergeben, die das Angebot, ihren Ärger in Worte zu fassen nur zu gerne annimmt. Schnell wird deutlich – trotz vieler Gemeinsamkeiten überwiegt die Vielfalt der Ansichten. Immer wieder mischen sich unter fundierte Beiträge und hörenswerte Erfahrungsberichte auch Unsinnigkeiten aller Couleur, Menschen die vor Chemtrails warnen, andere, die die Schuldenbremse für die letzte Rettung halten und solche, die den Glauben an die Demokratie als solche längst verloren haben.
Doch die Heterogenität der Bewegung ist kein Mangel, sondern gerade ihre Stärke, das, was sie für eine große Zahl von Menschen überhaupt erst attraktiv macht, ein Tor für jeden, der teilhaben möchte, ohne sich dabei einem bestimmten politischen Lager anschließen zu müssen.
Dass es der Vielfalt wegen immer wieder auch Unstimmigkeiten hinsichtlich der konkreten Zielsetzung gibt, sollte kein Grund sein, sie nicht ernst zu nehmen, schon weil es regelrecht ein Wunder ist, dass hierzulande überhaupt noch Menschen ihre Forderungen auf die Straße tragen. Auch lang anhaltender und teilnehmerstarker Protest ist von Seiten der Politik bisher nur mit einem begegnet worden, mit Ignoranz. Die Politik aber, sofern sie sich tatsächlich noch als demokratisch legitimiert begreift, muss lernen, dem Volk, dem eigentlichen Souverän, ernsthaft zuzuhören und der, wie es scheint, will sich nicht länger an der Nase herumführen lassen, seine eigenen Interessen nicht denen des vermeintlich gewichtigeren Teils hintanstellen, nicht eine geschichtliche Rolle rückwärts aufgezwungen bekommen. Noch hat er den Mut, seinen Ärger kundzutun, sich einzumischen und dabei muss es bleiben, schon weil eine echte Demokratie nicht bloße Bevölkerung, sondern selbstsichere Bürger braucht, um nicht ihre eigene Existenzgrundlage zu verneinen.
Während in der Hauptstadt erwartungsgemäß mit bis zu 10.000 Teilnehmern die größte Versammlung statt fand, war man auch in der deutschen Finanzhauptstadt Frankfurt nicht untätig. Hier kamen 5.000 bis 6.000 Menschen zusammen, um ihren Unmut mit der gegenwärtigen Situation kund zu tun. Dazu ein Bericht von Bernhard Schülke von Bernhards Weblog aus Frankfurt/Main:

Im Schatten der Macht - David zückt im Angesicht des Ungeheuren seine Schleuder ... (Bild: B. Schülke, 2011)
Auch in Frankfurt am Main gab es eine Veranstaltung gegen die Bankenkrise und gegen die zu deren Bewältigung herrschende Politik – organisiert durch Occupy:Frankfurt!, attac, die Piraten und andere. Auftakt war 12:00 Uhr am Rathenauplatz. Dort fanden von 12:00 bis ca. 13:00 Uhr Theateraufführungen statt. Nach dem Sammeln zog der riesige und mehrere tausend Menschen umfassende Demonstrationszug zum Willy-Brandt-Platz, bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gelegen. Hier fand im nachmittäglichen Sonnenschein eine Kundgebung statt.
Redner unterschiedlichster Provenienz kamen zu Wort. Neben Prof. Bernd Senf trugen Redner verschiedenster Ausrichtung ihren Standpunkt vor – leider bis hin zu den unvermeidbaren Zeitgeistleuten und Verschwörungstheoretikern.
Inhaltlich wurde z. B. eine neue Wirtschaftsordnung gefordert. David Paenson fragte die Zuhörerschaft, wenn man den Platz besetzen könne, warum auch nicht Schulen, Betriebe, Banken… ? Hierüber hinaus wurde die Situation der “Arbeitslosen” angesprochen und die Regierungspolitik kritisiert. Das Hunger produzierende Spekulieren auf Nahrungsmittel wurde scharf angegriffen, wie das Bankensystem überhaupt. Es wird verkauft, was man nicht braucht – Callcenter – und es wird produziert, was es in Wirklichkeit nicht gibt – Produkte der Bankenindustrie. Thematisiert wurde auch ein konkretes Frankfurter Unternehmen, welches Mitarbeiter und Kunden fortwährend akkustisch und visuell per Kamera überwachen läßt. Insgesamt waren die angesprochenen Themen sehr vielfältig.
Wermutstropfen der sehr erfolgreichen Kundgebung: Aufgrund der Masse an Teilnehmern war die Akkustik für einen Teil der Zuhörerschaft leider sehr schlecht. Die Boxen hätten bei einem zentralen(!) Redner in alle Richtungen abstrahlen müssen. Noch zwei Tage wird das Gelände vor der EZB mit Zelten und biwakierenden Demonstranten im Anschluß zur Kundgebung symbolisch besetzt. Die Veranstalter rufen zur Solidarität auf: Es wird vor Ort zur Unterstützung in Form eigener Präsenz aufgerufen. Geld- oder Sachspenden (Essen) sind ebenso erwünscht.
In NRW konzentrierte sich der Protest vor allem auf die Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf, wo jeweils mindestens 1.000 Menschen an den Veranstaltungen teilnahmen. Aus Düsseldorf berichtet Sabine Becker vom Blog Atari-Frosch:
Zu Occupy:Düsseldorf waren von den Veranstaltern 700 Leute erwartet worden; diese Zahl wurde eindeutig übertroffen: Etwa 1.000 – 1.200 Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und in allen Altersklassen waren dabei.
Der Startpunkt war kurzfristig von der Polizei vom Hauptbahnhof zum in der Nähe befindlichen DGB-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße verlegt worden. Der wichtigste Grund dafür dürfte der Japan-Tag gewesen sein, der eigentlich immer im Mai oder Juni stattfindet, wegen der Ereignisse in Japan nach dem Erdbeben jedoch ausnahmsweise auf den Herbst verschoben worden war. Um 14:30 Uhr sah es dort noch recht leer aus, aber das änderte sich schnell. Als eine halbe Stunde später die erste Kundgebung begann, genügte der Gehsteig schon lange nicht mehr; die Fahrbahn war das erste, was okkupiert wurde.
Die Mischung war wirklich erstaunlich: Durchschnittsbürger, Punks, Linke, schick gekleidete Damen, alte Leute, teils im Rollstuhl, einzelne Männer in Anzügen und ältere Damen, die kampfeslustig ihre Schilder vor sich hertrugen, daß man glauben könnte, sie hauen es gleich dem nächsten Bankster über den Schädel. ;-)
Gegen 16:00 Uhr ging es dann los. Der Zug bewegte sich durch die Friedrich-Ebert-Straße vom Hauptbahnhof weg und weiter durch die Steinstraße. Dann bog er ab in die Berliner Allee, wo an der Ecke zur Graf-Adolf-Straße vor der Deutschen Bank die erste Zwischenkundgebung stattfand. Dabei gab es ein “offenes Mikro”, an welchem jeder spontansprechen konnte. Danach ging es weiter zum Graf-Adolf-Platz. Dort am GAP15 fand die zweite große Zwischenkundgebung statt, die recht lange dauerte.
Danach sollte es noch zur WestLB, also wohl zum Kirchplatz, und schließlich zum Landtag gehen. Diesen Teil habe ich jedoch nicht mehr mitgemacht; um 17:15 Uhr stand man noch am GAP15, die Teilnehmerzahl an diesem Punkt war bereits stark geschrumpft auf schätzungsweise 500 Menschen.
Auch am zweiten Hauptschauplatz in Nordrhein-Westfalen, in Köln, tat sich etwas und von dort hat Fred Garland vom Blog T-I-X nicht nur einen kurzen Bericht, sondern auch ganz viele Fotos mitgebracht, die Ihr bei Interesse alle auf seiner Flickr-Seite betrachten könnt. Jetzt aber Freds Eindrücke vom heutigen Tag:
(Anm. d. Red.: Freds Text ist wohl noch nicht fertig und wird nachgereicht. Dafür, daß er gesundheitlich sehr angeschlagen ist, ist seine Leistung eh enorm! Die Kölnfotos findet Ihr jedenfalls bereits auf der oben genannten Flickr-Seite.)
Doch nicht nur in den alten Bundesländern wurde demonstriert, sondern auch in den fünf neuen, so zum Beispiel in Thüringen. Aus Erfurt schildert Ralf Weyda von Totschka – Auf den Punkt seine Eindrücke:
Auch die thüringische Landeshauptstadt wurde in den weltweiten Protesttag gegen das Finanzsystem einbezogen. Bei herrlichem Herbstwetter mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlos blauem Himmel trafen sich etwa 100 Demonstranten aller Altersgruppen auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Zahl mag nicht sehr groß erscheinen, doch angesichts des medialen Totschweigens der Protestaktion in den vergangenen Tagen zeigten sich die Veranstalter dennoch zufrieden.
Nach ein paar einleitenden Sätzen des Vertreters der Organisatoren zum Grund der Demonstration herrschte erst einmal Schweigen. Ich konnte den Menschen ansehen, dass sie ähnlich erfahren mit solchen Protestaktionen waren wie ich, nämlich gar nicht. Nach und nach kamen Gespräche auf, und mich drängte es, zum Megafon zu greifen und den Leuten zu erzählen, weshalb ich nach Erfurt kam. Das lockerte die Atmosphäre merklich auf, und wir stellten allesamt fest, dass wir gleiche oder ähnliche Ansichten, Sorgen und Ängste haben. Mit Kreide schrieben etliche Demonstranten ihre Empörung auf das Betonpflaster des Bahnhofsvorplatzes.
Die Protestaktion verlief absolut friedlich, so dass sich die anwesenden Polizeibeamten angenehm im Hintergrund hielten. Ich sehe diese kleine Veranstaltung in Erfurt als einen Auftakt für das Wachsen einer Protestbewegung aus dem Volk. Es ist wichtig zu wissen, dass auch wir in der so genannten Provinz eine Stimme haben. Diese Bewegung wird wachsen, auch in Erfurt.
Und selbst im politisch eher als konservativ oder gar “rückständig” verschrieenen Süden der Republik, genauer gesagt in Bayern, regte sich erster Widerstand. Dazu aus München Frank Benedikt von binsenbrenner.de:
Um der Wahrheit die Ehre zu geben – unser Admin Gerhard und ich waren zunächst auf der falschen Veranstaltung ;-) Da es anscheinend eine kurzfristige Verlegung der Veranstaltung gab, standen wir verloren in der Fußgängerzone herum, bis wir uns auf die Suche nach der verlorenen Demo machten. Am Marienplatz meinten wir sie dann ausgemacht zu haben, aber irgendetwas stimmte nicht: zu wenig Leute, Absperrgitter und viel Polizei. Oho! Die Republikaner waren auf die glorreiche Idee gekommen, vor dem Rathaus eine eigene Veranstaltung gegen den Kapitalismus und Europa abzuhalten. Deshalb auch das laute Pfeifkonzert … Wären nicht Polizei und Antifa gewesen, hätten die Ärmsten wohl gar keine Zuhörer gehabt; ihr eigenes Publikum hatten sie nämlich wohl zuhause vergessen.
Nach diesem Intermezzo aber fanden wir dann doch noch “unsere Demo” am Karlsplatz. Dort waren auch ein paar Leute mehr und das zahlenmäßige Verhältnis Polizei zu Teilnehmern hatte sich glücklicherweise umgekehrt. Außer von den “Occupy”-Leuten wurde die Veranstaltung wohl ganz wesentlich von der lokalen attac-Gruppe organisiert, was ihr nicht zum Nachteil geriet. Eine mobile Bühne und mehrere Stände waren aufgebaut und es gab ein umfangreiches Rahmenprogramm. Ein Konzept, das, wie ich von Kollegen aus anderen Städten erfahren habe, fast durchgängig scheint – nämlich das der “offenen Bühne” -, wurde auch hier praktiziert. Es lag eine Liste aus, in die sich jeder eintragen konnte, der einen Redebeitrag leisten wollte. Derlei finde ich sehr begrüßenswert, denn das ist für mich “praktizierte Demokratie”. Natürlich kommen dabei auch vereinzelt “Spinner” zu Wort, aber die werden meist recht schnell von der Bühne gebuht. So gab es auch hier einige wenige “Esoteriker” und “Verschwörungstheoretiker”, aber das Publikum, das offensichtlich ganz überwiegend aus Linken, Piraten und “Normalos” bestand, goutierte das nicht sonderlich. Und die Querfrontler und Rechten? Nun, die waren ja am Marienplatz ;-)
Neben den RednerInnen von der offenen Liste sprachen auch Sonja Schmid vom Sozialforum München, der Buchautor Georg Zoche und weitere. Im Rahmenprogramm gab es unter anderem Musik von Konrad und der Löwe sowie Magnus, dazu Kabarett mit Ecco Meineke. Wer meinte, “München schläft”, konnte durchaus eines Besseren belehrt werden, denn bei strahlend blauem Himmel versammelten sich trotz kühler Temperaturen doch an die 800 bis 1.000 Menschen, um ihrer Empörung auch einmal öffentlich Ausdruck zu geben. Ein gutes Zeichen und immerhin ein Anfang! Am spontan geplanten Zug zur Münchner Börse, der im Anschluß an die Demo stattfinden sollte, konnte ich leider nicht mehr teilnehmen – fast fünf Stunden Stehen forderten ihren Tribut und “die redaktionellen Pflichten” riefen. Ein letztes noch: Als wirklich bemerkenswert empfand ich den Beitrag von “Ludwig aus der Holledau” – eines, wie er sich selbst bezeichnete, alten “Sparkasslers”, der 42 Jahre für die Sparkasse gearbeitet hat und seit ein paar Jahren in Rente ist. Er fand sehr scharfe Worte gegenüber den Bankern und riet, heute lieber nichts mehr zu sparen, sondern das Geld doch besser auszugeben … May I should call him a wise man?
Dies sind ein paar Impression von BloggerInnen zum 15.10.2011 – sicher habt Ihr selbst auch Eure, aber wir fanden anläßlich dieses globalen Versuchs, etwas zu bewegen, auch unseren Versuch, mal “über Grenzen hinweg” etwas gemeinsam zu machen, ganz interessant. Wie geht es nun weiter? Wird sich die Bewegung wieder in Luft auflösen? Oder haben wir heute erst den Anfang von etwas völlig Neuem erlebt? Das kann keiner von uns (Bloggern) sagen, denn das bestimmt doch nur Ihr mit Eurem Tun oder Lassen. Vielleicht treffen wir uns ja das nächste Mal – bei einer Demo/Aktion, die von “Occupy”, den “Empörten”, “attac” und ähnlichen Gruppen einer kommenden globalen Zivilgesellschaft (mit)getragen wird? Wer weiß …
Für das temporäre “AutorInnenkollektiv”
Frank Benedikt
(Alle Rechte für Bilder und Text bei den AutorInnen. Wer den ganzen Text oder Teile davon und/oder Bilder übernehmen möchte, kann dies unter CC 3.0-BY-NC-ND gerne tun.)

















Lieber Frank, herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht. Wie Du weist, bin ich ja auch leider aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen daran teil zunehmen. Darum freue ich mich jetzt sehr über die Zusammenfassungen der Berichte Deiner Blogger Kollegen lesen zu können. Ich habe in der Zeit der Aktionen etwas “Wind” bei FB gemacht um noch ein paar Unentschlossenen auf die Aktionen aufmerksam zu machen. Es ist auf jeden Fall eine gute Aktion gewesen. Vor allen Dingen, dass sie von allen Schichten getragen wird. Es werden bestimmt noch mehr Menschen anfangen sich gegen die Diktatur der Bankster zu wehren. Der Anfang macht Hoffnung.
wenn sich attac die aktionen gänzlich unter den nagel reisst, dann war alles demonstrieren für die katz. entweder die bürger organisieren ihre proteste selbst oder sie lassen sich organisieren und dann durch reformisten zu larifari protesten mit würstchen und musik verführen. das dürfte dann das ende der bewegung sein.
[...] von Frank Benedikt – Binsenbrenner [...]
@ landbewohner
Könnte leider so werden wie Sie befürchten … wenn wir´s zulassen …
Hi Frank, ein gelungenes Gesamtkunstwerk. Dem Netzwerkgedanken sollten wir stärker und intensiver Rechnung tragen.
Greetz aus Bankfurt,
Bernhard
(Mitglied des Autorenkollektivs)
Meine Eindrücke aus Konstanz + Minisammlung da:
http://www.schuldfrei.npage.de
Der Verbindung wegen kann ich mir momentan leider nicht den Bericht von T-I-X anschauen. (Da kein Text zu erblicken, gehe ich davon aus, daß Du den Videoclip meinst.) Deshalb auch mal kurz ein paar eigene Worte von mir…:
Bei der Aktion in Köln gab es kein großes Programm. Attac hat laut eigenen Angaben (, auch hier durch ein für jeden verfügbares, offenes Micro,) mit 100 Teilnehmern gerechnet und sich entsprechend darauf vorbereitet, erschienen seien jedoch 2000 Teilnehmer. (Ich selber schätzte eher auf 1500 Personen.)
Wie an den anderen Orten war die Mischung der Leute Bunt: Von Punks über komplette Familien, Professoren und Beamte bis hin zu Langzeitarbeitslosen und Rentnern, hatte die Menge einen überaus repräsentativen Charakter, zumindest im Arbeitnehmerbereich. Nur die an sich einzige, regelmäßig demonstrierfreudige, linke Szene Kölns war unter den Teilnehmern unerwartet unterrepräsentiert. Die Stimmung war dabei durchgehend gut, die Diskussionen unter den Teilnehmer geprägt von einem “Mit uns nicht mehr!”-Charakter.
Aus dieser Stimmung heraus, und weil in dieser Menschengruppe bei den vorhandenen Mitteln keine gemeinschaftliche Diskussion möglich war, wird es am Montag um 18h, wieder auf dem Chlodwigplatz, weitergehen. Alle im Raum Köln, welche aktiv bei der Fragestellung, wie es weitergehen soll, mitgestalten möchten, sollten sich daher morgen nochmals auf dem Chlodwigplatz einfinden. Bei denjenigen, welche den Vorschlag Attacs am offenen Micro mitgehört haben (, was angesichts des für die Menschenansammlung viel zu unterdimensionierten Verstärkers durchaus nicht leicht war), haben ihn hörbar positiv aufgenommen. Es ist also definitiv noch nicht vorbei in Köln.
Bis denne denn
Tidaltree
Korrektur: [...] wurde er hörbar positiv aufgenommen.
(Die Zeichensetzungsfehler korrigier ich jetze nicht. Da bitte ich einfach, sie zu überlesen bzw. zu entschuldigen ^^)
[...] von Frank Benedikt – Binsenbrenner [...]
Wenn man sein Grundstück von Unkraut befreien will, muß man dies an der Wurzel anpacken.
Daher der Begriff “radikal” :-)
Wochenlang wird schon die Wallstreet belagert.Das wahr ja wohl hoffentlich nicht nur ein Tag,das sollte doch auch in Deutschland Wochenlang weiter gehen.Oder ? ? ?
Kuckst Du bspw. hier: http://www.facebook.com/OccupyFfM/posts/146356922129328
Der Platz vor der Börse ist besetzt ;-)
Der Link gibt der Sache noch die richtige Würze.
Friede den Hütten,Krieg den Palästen!
http://www.ginsterburg.de/t72f4-Die-wahre-Revolution-ist-die-Selbstversorgung.html
In Ergänzung zu Tidaltree:
Und was war in Köln? Es sei (hoffentlich gestattet) Auszug aus meiner heutigen Rundmehl:
… gestern, die Demo in Köln, war Klasse. Ca. 1.500 Leute lt. Schätzung der Medien – ich schätze: Das stimmt! ‘Ne echt kölsche Demo, mit anlassgemäß umgedichteten Karnevalslieder von den G8-Pappnasen. Wenn die im Nezz sind, verdings ich die, dann könnt Ihr alle mithören und -schunkeln.
Mein Freund Paul hatte so’ne Ratsche mitgebracht, wir haben abwechselnd richtig Lärm mit dem Ding gemacht – aber rischtisch rischtisch, isch sach’s Eusch! (die Grünen – pardon, die sinn ja jezz “die Blauen” – hatten schon die Augenbrauen hochgezogen ). Dem Paul sei Dank, ich hatte natürlich nix dabei, außer meinem Mundwerk.
Natürlich waren viele Gruftis dabei, aber auch viele junge Leute! Am Anfang, am Mikrophon, die übliche Selbstdarstellung einiger Gruppierungen, die mit „S“ oder „L“ oder „I“ anfangen, geschenkt. Iss ja auch nich alles falsch, was die da so sagen. Ein sehr guter Beitrag kam von dem Menschen der attac vertreten hat, eine Klasse Metapher die, sinngemäß, so geht:
„Was ist das für ein unmögliches System [das Neoliberale]: Nur wenn wir uns alle um die Wette hassen entsteht ein Maximum an Liebe [an Vorteil] für alle? Das ist doch absurd!“ Genau, dess isses, sehr treffende Metapher.
Ein Schild hat mir gut gefallen, da stand drauf: „Spart Euch doch gleich das Volk“ – jawoll, es muss gespart werden!! Recht hat der Mann!
Dann gab’s „offenes Mikrophon“. Eine 21-jährige: „Habt keine Angst, ihr jungen Leute, engagiert euch. Ihr bracht keine Angst zu haben!“ So isses, Danke, Mädel, für diesen Beitrag/diese Feststellung. Natürlich hab’ ich mich auch kurz zu Wort gemeldet, und das will ich hier auch noch ‘mal festhalten:
“Wir haben keine Schuldenkrise, wir haben eine politische Krise Krise! Die Verantwortlichen und die Medien deuten das um! Die Finanzkrise, die Bankenkrise, die Systemkrise in eine Schuldenkrise umzudeuten ist nichts anderes, als der Versuch, die Verantwortung wegzuschieben. Leute, lasst Euch nicht von den Verantwortlichen und von den Medien und der Politik verarschen. Man spricht von Schulden und lässt die Gegenbuchung außen vor. Das ist eine vorsätzlich falsche und einseitige Behauptung!”
[...]
Was auch noch gut zur Sache passt (aus meiner Rundmehl): Heute, im „Presseclub“, noch ein schöner Aspekt der Sache – und eine gute Verdeutlichung – von Ulrike Herrmann (taz): „Die Banken sind nichts anderes als Hüllen, als Gefäße. In diesen Hüllen, in diesen Gefäßen ist das Vermögen der Reichen und der Vermögenden drin!“ Vielen Dank, Frau Herrmann! Deutlich wird der Zusammenhang, der da heißt:
Zwar müssen wir die Banken prügeln, da können wir uns davor stellen, da können wir unser Geld (falls vorhanden ) abziehen, aber die Banken sind der Sack, den wir so hart prügeln müssen, dass der Esel, der diesen Sack trägt – die „Reichen“ und die Vermögenden – auch unter der Knute (gesetzliche Maßnahmen, harte Regulierung, Tobinsteuer u. a.) leiden muss.
Ebenfalls Ulrike Herrmann: „Die schlauen unter den Reichen, wie Soros und Buffet, bemerken ihr Dilemma: Zukünftig mehr Steuern zahlen – und einen kontrollierten Vermögensabfluss erleiden -, oder ab ins Chaos und dann einen unkontrollierten Vermögensabfluss erleiden!“
Dem iss nix hinzuzufügen, außer, in Abwandlung des bekannten Wortes von Ernst Reuter, dieses: „Ihr Reichen der Welt. Schaut auf dieses Dilemma!“ und kommt zu dem richtigen Schluß!
Also: ¡No pasarán!
Danke, olle Vogel :-) Hättest auch gleich einen Beitrag schreiben könnnen, da Fred bisher nicht “geliefert” hat.
Hättste ma: “Bidde schön” gesacht … so haste den Beitrag umsonst, iss doch auch ‘was, gelle!
Umsonst, aber nicht vergeblich ;-) Laß uns da mal drüber schnacken, ob wir das noch nachträglich einbauen sollen. Eine Nachlese mache ich zudem auch noch …
Frank kann den Text doch als Artikel bringen.
Erstveröffentlicht: Kommentarlink. Nicht jeder liest die Kommentarzeile vollständig…
Greetz aus Bankfurt
Bernhard
Hallo alle
Plakatlosung:
ES IST NICHT DIE KRISE – ES IST DAS SYSTEM.
Klare Kante. Schön abend
ZWG
Bei flatter geklaut:
“Helft den Pennern – rette eine Bank”
Gelle, der iss gud!
Das aber verstehen bisher zu wenige. Die Masse der Bürger jedenfalls noch nicht, weshalb sie sich wohl einen “Kapitalismus mit menschlichem Antlitz” wünschen. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten …
Das ist die (Überlebens-) Lebenslüge der SPD. !!!
Ein weiterer Bericht zur Düsseldorfer Demo (mit Bildern) ist hier zu lesen: http://leomayatepek.blogspot.com/2011/10/der-15-oktober-ein-ruckblick-auf-die.html
Weiß jemand wann die nächste Demo ist (in meinem Fall in München)?
Einmal demonstrieren und dann wieder Monate lang nicht, bringt doch wohl überhaupt nichts.
Wir sollten da wirklich mindestens einmal in der Woche antanzen. Also ich bin dabei.
Hallo, Andrea. Auf der Münchner Veranstaltung von Samstag tauchte der 12.11. als nächster Termin auf. Dafür übernehme ich aber keine Garantie ;-)
Für wöchentliche Aktionen á la “Montagsdemonstrationen” wäre ich aber auch zu haben und notfalls gehen Du der, der Admin und ich halt nur zu Dritt hin :-D
Du kannst Dich gerne mal per Mail (Adresse s. Imprssum) melden, damit wir da ggf. was andenken können; ich werde die Tage mal versuchen, mich mit den bisherigen Münchner “Okkupanten” in Verbindung zu setzen.
Beste Grüße
Frank
[...] es in vielen Städten Veranstaltungen und ein paar Blogger haben sich zusammengetan, um ein kleines Stimmungsbild des vergangenen Tages an verschiedenen Orten zu zeichnen." Eine andere Sicht: "Occupy ist leider völlig für'n Arsch. Es ist Beschäftigungstherapie. Die [...]
UPDATE
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In Frankfurt wird das Zelten mindestens eine Woche verlängert. Neue Demo am Samstag, 22. Okt. 2011:
Link zum Anklicken. Macht bitte Werbung und demonstriert mit uns…
Passiert nachher auch. Morgen kommt Erkan Dinar hier vorbei und wir werden wohl manches besprechen …
[...] vielen Städten der Welt und wir haben versucht, Euch ein paar Eindrücke von verschiedenen Orten zu vermitteln. Viele Tausend Menschen waren auf den Beinen, um mehr demokratische Teilhabe und ein Ende des [...]
[...] vielen Städten der Welt und wir haben versucht, Euch ein paar Eindrücke von verschiedenen Orten zu vermitteln. Viele Tausend Menschen waren auf den Beinen, um mehr demokratische Teilhabe und ein Ende des [...]
[...] Festnahme mutmaßlicher Bioprodukte-Fälscher Emotionen: 44* In Blogs gefunden: Occupy Germany Der Tag aus Bloggersicht :: binsenbrennerdeOccupy Germany Der Tag aus Bloggersicht 15 Oktober 2011 ein Tag den man sich merken sollte Erstmals [...]