Von Frank Benedikt
Nachdem der Spiegelfechter bereits angekündigt hat, daß die hiesige Redaktion künftig dort mitarbeiten wird, möchte auch ich ein paar Worte dazu sagen. Stefan, Markus, Marc Schanz und ich haben rund ein Jahr ein gemeinsames Projekt angedacht, da wir trotz mancher Unterschiede wesentliche Grundwerte teilen und die auch bei vielen LeserInnen sehen. In der Folge haben wir unsere Zusammenarbeit gestartet und ausgebaut, wie in den letzten Monaten vor allem beim Oeffinger Freidenker und hier ersichtlich wurde. Da wir uns aber in wesentlichen Punkten auf keinen gemeinsamen Nenner einigen konnten, sind wir gemeinsam unter das Dach unseres Freundes und Kollegen Jens Berger gezogen. Da Jens seit März ja hauptsächlich für die NachDenkSeiten tätig ist und nicht mehr soviel Zeit für den Spiegelfechter aufwenden kann, scheint uns dies eine gute Lösung zur “allseitigen Zufriedenheit”.
Wie wirkt sich das nun auf binsenbrenner.de aus? Zunächst in der Weise, daß ich nicht mehr so oft hier sein werde, wie ich aber bereits schon mit weiteren Argumenten angekündigt habe. Gesundheitlich recht angeschlagen, Autor beim Spiegelfechter und Lektor dort wie auch anderenorts, ein Pflegefall in der Familie und mein wachsendes Engagement, die Nachbarschaft zu “aktivieren” – ich bin am Limit, mehr geht nicht. Dennoch möchte ich den Binsenbrenner nicht ganz aufgeben, denn dafür hat er mittlerweile zu viele selbstdenkende LeserInnen, die obendrein auch meist sehr nett sind. Wie also geht es hier weiter? Stefan und Markus sind künftig aus diesem Blog weitgehend raus, da sie genug um die Ohren haben, aber ich werde weiterhin Sachen einstellen, die vielleicht einfach nicht “seriös” genug für den Spiegelfechter sind, und auch weiter versuchen, jungen AutorInnen die Möglichkeit zu bieten, ein etwas breiteres Publikum zu adressieren. In dieser Repersonalisierung und der Nachwuchsarbeit sehe ich die weitere Berechtigung dieses Blogs, ebenso in der Berkanntmachung von Terminen und Aktionen. Last but not least werden diesem Blog hoffentlich seine geschätzten Stammautoren wie z.B. Lutz Hausstein und Marc Schanz erhalten bleiben.
Ja, es ist viel, was sich da ändert, aber “Stillstand bedeutet Tod”, wie ich selbst gerne zu sagen pflege. Auch dies ist schließlich ein politisches Blog und – ganz im Sinne von Veränderung – gilt es, Chancen zu ergreifen, wenn sie sich dadurch eher herbeiführen lassen könnten. Immerhin hat das Ganze zumindest einen Vorteil – ich selbst muß hier wieder weniger Rücksicht auf meine Kollegen nehmen, sondern kann ganz offen für eine “Revolution” votieren (Anm. d. A.: Artikel folgt demnächst). “binsenbrenner.de” wird hoffentlich die Stimme der “Verlorenen” werden, denn auch ich bin einer und werde Euch hier zunehmend mit “neuen” Gedanken und “Radikalität” traktieren. Es ist genug!
Zum “Frühjahrsputz”: Trotz Zeitmangel schraube ich am Blog herum und habe zumindest beinahe die Kategorie “Film und Theater” aufgeräumt, wenn einem auch geldgeile Rechteverwalter das Leben schwermachen. Das ist mir aber verdammt egal und ich werde hier weiter Musik, Filme und Texte bringen, die ich für empfehlenswert halte. Falls Sony, Warner & Co. klagen wollen – bitte sehr! Dies wird letztendlich nur dazu führen. daß kaum noch wer deren Produkte (die ja noch nicht mal ihre sind!) kauft. Da empfehle ich bspw. Blank TV – Independent Music vom Feinsten. Weil das in Deutschland nicht mehr richtig empfangbar ist, rate ich ferner zu Proxies und anonymisiertem Surfen, wie es z.B. UltraSurf oder – noch besser – Tor gewährleisten.
Es herrscht Krieg, und ja – ich habe längst eine Seite gewählt …
[fb]







Ich beschäftige mich gerade im Zuge meines Colloqiums mit der Entpolitisierung in Deutschland und der hiesigen “Postdemokratie”. Wenn es recht ist, werde ich nach dem Abitur (also irgendwann nach dem kommenden Donnerstag) einen Beitrag hierzu für den Binsenbrenner schreiben, weil ich doch noch einige eigene Gedanken zu dem Thema einbringen möchte.
Die ganzen Umstellungen betreffen mich lustigerweise absolut nicht. Schließlich habe ich sowohl binsenbrenner.de, als auch den Spiegelfechter und die Nachdenkseiten abonniert. Und wo ihr eure Beiträge dann letztendlich veröffentlicht, kann mir deshalb egal sein :)
“Moritz, lieber Moritz” … Ist ein Filmzitat, welches ich schon länger mit mir herumschleppe.
Es ist nicht nur “recht”, sondern zumindest von mir sehr erwünscht, daß Du auch hier weiter was dazu beiträgst, denn – “Du bist ein Teil der Zukunft, ich aber bin ihre Vergangenheit”. Wenn wir zusammen etwas auf die Beine stellen wollen, brauchen wir doch den Dialog – über Kulturen und Altersgrenzen hinweg!
Und “Umstellungen”? Hast Du imo recht und auch nicht: Du bist zumindest hier ein gern gesehener Gastautor, für die Kollegen kann ich das derzeit noch nicht sagen.
LG
Frank
“Es herrscht Krieg, und ja – ich habe längst eine Seite gewählt …”
Och mein Jung, haben Sie 1939-’45 miterlebt? Offenbar nicht. Aber manchmal ist ja schon das Aufstehen am Morgen ein Krieg (mit sich selbst).
Lieber Leser, ist der Zweite Weltkrieg der einzige, der in Ihren Augen den Begriff “Krieg” verdient? Dann halt ein kleiner historischer Rückgriff: Meine Mutter war den größeren Teil dieses Krieges “dienstverpflichtet”, u.a. beim Heereszeugamt. Mein Vater hat vom 39-45 daran teilgenommen und kehrte als Krüppel zurück. Soviel zu diesem Krieg.
Ich selbst verfolgte die Kriege in Vietnam, den 73er Jom-Kippur-Krieg, die Golfkriege, den Falkland-Konflikt, die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und ein paar mehr. Zwischenzeitlich arbeite ich auch an kriegshistorischen Dokumentationen der BBC und anderer TV-Sender mit. Genug “Qualifikation”?
Übrigens bezog ich mich mit meinem von Ihnen kritisierten Satz vor allem auf den Krieg in Afghanistan (Sie wollen nicht bestreiten, daß dort Krieg herrscht oder?) sowie auf den wachsenden Kampf zwischen den Besitzenden und den “Habenichtsen”.
Ich hoffe, der Inhalt meiner Aussage ist Ihnen damit etwas klarer geworden.
MfG
Frank Benedikt
Also, spätestens seit Gutti sollten wir alle doch wissen, dass die Grenzziehung beim Begriff “Krieg” doch deutlich weiter zu sehen ist:
http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/0406-guttis-sprachschule_01.jpg
Sehr schön, dank Dir :-)
[...] http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/04/02/in-eigener-sache-veranderungen-und-fruhjahrsputz/ [...]