Ein Gastbeitrag von Vera Bunse
Die Erklärung zur Netzneutralität wurde ursprünglich von 24 Personen unterzeichnet. Die vier unterzeichnenden Frauen als Alibi zu bezeichnen, wäre billig, aber es fällt auf, daß niemand beispielsweise Frauen* ImNet oder die Mädchenmannschaft auf das Thema angesprochen hat. Angeblich wurde das vergessen, so Helga von der Mädchenmannschaft.
Netzneutralität geht uns alle an. Daher sollte man versuchen, mit einer solchen Erklärung möglichst Viele zu erreichen, um alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Es wäre naheliegend, Multiplikatoren zu nutzen, statt sie einfach zu vergessen. Wie kann man eine so große Gruppe überhaupt vergessen, wenn man ein Anliegen breit vertreten will? Manchmal hat es den Anschein, als kämen außer den üblichen Verdächtigen und zwei, drei Vertretern von Parteien und Interessenverbänden andere Ansprechpartner gar nicht erst in Frage.
Die Vernetzung unter den Frauen hat sich im letzten Dreivierteljahr dank verschiedener Initiativen deutlich verbessert. Was fehlt, sind die Bindeglieder nach außen, die es selbstverständlich machen, auch Frauen als Ansprechpartner auf dem Schirm zu haben.
Ich finde, wir sollten uns nötigenfalls nachdrücklich in Erinnerung bringen, damit wir nicht weiterhin unter ‘ferner liefen’ geführt werden. Es muß absolut normal werden, in community-übergreifende Initiativen und Aktionen mit eingebunden zu werden, zumal bei so wichtigen Themen. Es muß zur Norm werden, automatisch eine Info an eine der Frauenseiten zu schicken, damit sie dort vom Frauenstandpunkt aus beleuchtet und weiter verteilt werden kann.
Die Initiatoren solcher Aktionen müssen lernen, sich nicht ausschließlich an den Blogcharts zu orientieren, sondern an den tatsächlichen gesellschaftlichen Gegebenheiten.
[vb]







Wurde nicht dazu schon vor Tagen das politisch Weserntliche bei DUCKHOME gesagt?
http://duckhome.de/tb/archives/8321-Initiative-Pro-Netzneutralitaet.html
Bonngru0
v.A.
Lieber Nachbar und Leser, ich habe Dir eben schon drüben bei der Kollegin eine Antwort dazu geschrieben, weshalb ich die hier nicht repetieren mag. Im Endeffekt hat ja nicht Jochen, sondern Felix Argumente geliefert, und ich sehe die durchaus klar ;-)
Schönen Gruß nach Bonn
Frank
Warum muss alles immer in Männer und Frauen aufgespalten werden? Können wir nicht endlich gleichberechtigt nebeneinander existieren?
Hallo Frau Bunse!
Ja, diese “Netzneutralität” ist vorallem eine Männersache. Das Geschlechterverhältnis bei den Erstunterzeichner stellt recht deutlich das Interesse am Thema dar. Daran würde ich nichts ändern wollen, denn das halte ich für realistisch. Leider aber ist das mangelnde Interesse von Frauen an diesem Aufruf eben leider (noch) kein Grund, den Inhalt kritisch zu hinterfragen. Aber genau da müssen wir hinkommen und das geht – mE.- nur ohne die sogenannte “Netzneutralität”.
Nee nee, liebe Wanda, die Netzneutralität geht uns alle an. Was da im Moment von den Multis verhackelt wird, schränkt das für uns gewohnte freie Netz massiv ein. Auf Dauer ergibt sich eine Situation, wie sie Chris Sickendieck in Ihr persönliches Angebot beschreibt, da hat er nicht übertrieben. Das können weder Frauen noch Männer wollen.
Es geht um Vernetzung und Verständigung untereinander, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Daß die Initiative von der SPD ausging, war unglücklich. Weil aber niemand sonst sich darum gekümmert hat, habe ich unterschrieben.
Liebe Vera,
ich teile aber auch die Kernthesen dieser Erklärung nicht. Für mich ist Netzneutalität kein “Garant für freien Meinungsaustausch weltweit”. Dazu braucht es mehr und ich sehe da nicht mal ´nen Zusammenhang. Auch finde ich nicht, dass Netzneutralität “elementar für unsere Demokratie” ist. Die besagte “Freiheit im Internet”, die mit Netzneutralität bewahrt werden soll, finde ich auch nicht so prickelnd. Mir gefallen die gestellten Zusammenhänge und die Begründung nicht.
Liebe Wanda,
die Argumente dafür und dagegen sind in vielen Blogs und allen Zeitungen zu lesen. Faktum ist, daß es nicht in Ordnung geht, wenn finanzkräftige Teilnehmer bessere und bevorzugte Leistungen erhalten und die Anderen in die Röhre gucken müssen. Allein das reicht als Argument für Netzneutralität, und es gibt eine Menge weiterer.
Ich glaube, es ist letztlich eine Glaubensfrage, bitte Dich aber dennoch, noch mal darüber nachzudenken.
Liebe Vera,
ich wollte mit meiner Anmerkung darauf hinaus, dass sich asymetrische Geschlechterverhältnisse durch die gewollte “Freiheit im Netz” (und dann erst recht) auch dort reprouzieren werden und dass es vielleicht einen solchen Grund haben kann, warum die vergessenen Frauen auch aus eigenem Antrieb nur in geringer Anzahl dort vertreten sind. Dass man Fraueninitiativen bei Werbung der Erstunterzeichner vergessen hat, erklärt ja noch nicht, warum sie immer noch nicht in Massen dabei sind.
Ich habe also ein alternatives Erklärungsmodell gesucht, dass Frauen nicht als hilflose Vergessene ausweist, sondern ihr Fernbleiben als bewußte Entscheidung hinnimmt. Bei mir ist das jedenfalls so: Weil ich nicht gefragt wurde, mußte ich bisher nichts dazu sagen und auch nicht ablehnen. Auch hier hätte ich nichts dazu gesagt, wenn es hier nicht darum ginge, die Frauen ins Boot zu holen. Die Idee, die Frauen wären nicht dabei, weil man sie vergessen hat, ist zu kurz gegriffen.
Was Sie damit meinen, dass “die Anderen in die Röhre gucken müssen”, wenn andere Teilnehmer bevorzugte Leistungen erhalten, habe ich nicht verstanden. Was befürchten Sie und warum?
Was heißt denn überhaupt vergessen? Es steht doch jeder Frau frei sich da anzuschließen und ordentlich Wind zu machen. Es gibt mehr Artikel darüber, dass die Frauen vergessen wurden, was ein feministisches Thema ist, als darüber warum Netzneutralität für Menschen gut ist.
Normal ist es nicht, wenn eine Gruppe zwanghaft eingebunden wird, sondern wenn sie sich selbst mit einbezieht. Und das haben Frauen im geringen Umfang gemacht als Männer. Ich denke die Aufrufe zur Netzneutralität sind auch eher über männliche als weibliche Blogs gelaufen. Woher also das Recht auf eine Sonderwurst?
Ich vermisse eine Debatte darüber, was Netzneutralität für Frauen bedeutet und warum sich soviele von ihnen, sich nicht dazu äußern und ihre Unterschrift zurückhalten.
Eine Begründung habe ich geliefert: Ich habe massive Bedenken, dass die “Freiheit im Netz”, die mit Netzneutralität bewahrt werden soll, den derzeit kursierenden Sexismus noch verstärkt.
@ Wanda Lismus
Zustimmnung im Anschluß an aktuelle Kritiken (dieser SPD-Initiative) in den Blogs von Fefe und Hoff und zur politikgeschichtlichen Fundierung
http://duckhome.de/tb/archives/8321-Initiative-Pro-Netzneutralitaet.html (15/08/10)
http://opalkatze.wordpress.com/2010/08/21/netzneutralitat-reine-mannersache/#comments (230810)
v.A.
Bonn
Wenn man die gesellschaftlichen Implikationen, die das Internet bereits bewirkt und zukünftig auch noch weit aus stärker bewirken wird, nicht abschätzen kann, dann hält man Netzneutralität für unwichtig.
Und ehe wir es uns versehen gibt es keine Netzneutralität, und für die erst-Demokratisierung sogenannter “demokratischer” Staaten (welche heute allesamt Scheindemokratien sind) elementar wichtige Dienste wie Wikileaks werden mal eben nicht mehr zur breiten Massenbevölkerung durchgeleitet. Damit bräuchten wir dann auch keine Internetzensur mehr, dann würden Leute wie Zensursula und Zensilia sogar den (unverschämter Weise so genannten) “Kampf gegen Kinderpornos im Netz” auch ganz schnell aufgeben, weil er ja nicht mehr nötig wäre: Man hätte all die unliebsamen Informationskanäle, welche die alten Machtstrukturen so drastisch gefährden, mit einem Schlag unter Kontrolle und könnte sie einfach abschalten. Jeder Verlust von Netzneutralität bedeutet Machterhalt der alten “Eliten”.
Da dann über Frauen oder Männer zu diskutieren ist absoluter Unsinn, es gibt einfach Themen die gehen beide Geschlechter an.
Auch wenn es nichts nutzt, weil man als Bittsteller behandelt und missachtet wird, hier eine Petition zum Thema: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13511
Und nein, eine weitere Petitionin für die Netzneutralitätin in der Internetin, damit Frauinnen auch Mitzeichnerinnen werden können ist nicht sinnvoll. Dennoch sollte jede und jeder mitzeichnen, wenn ihm oder ihr das freie Internet, vor allem der freie Informationsfluss darin (und dessen Potenzial, unsere Gesellschaften zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte demokratisch gestalten zu können), wichtig ist.
Ah, Sie sprechen In-disch. Das ist interessant. Allerdings werde ich diese EPetition erst recht nicht mitzeichnen, allein weil Sie sie bewerben. Ihre Freiheit ist nicht meine.
Liebe Wanda,
ich hab Schwierigkeiten, Netzneutralität mit Feminismus zu vermengen. Das Eine ist ein Problem, das Andere eine Lebenseinstellung (zumindest bedeutet er das für mich). Zu dem Problem der Strategie hat Ines was Gutes geschrieben, dem ist wenig hinzuzufügen; ziemlich wahrscheinlich wird das genau so gesehen.
Netzneutralität kann nicht Gruppen oder Interessenvertretern überlassen bleiben, weil sie Alle angeht – da fehlt schlicht der gesamtgesellschaftliche Konsens. Wenn Firmen entscheiden können, wer volle Leistung bekommt, bzw., wenn sich nur noch Wohlhabende entsprechende Leistung kaufen können, läuft eine Menge schief. (Wie gesagt: Chris’ Artikel hat da nicht so sehr übertrieben.) Jetzt bereits gilt ein Computer als ‘unnötig’ für Arbeitslose, soll dann künftig z.B. das Arbeitsamt darüber entscheiden, ob ein ALG II-Bezieher – so er denn glücklicherweise einen Computer sein Eigen nennt – twittern darf oder nicht?
Liebe vera,
offensichtlich sind aber die Initiatoren der Ansicht, dass dieses Thema die Frauen nichts angeht, sonst hätten sie dort ja um Unterstützung gebeten, und evt. (!) auch erhalten. Dass das Netz eben nicht (geschlechter-)neutral ist, belegt ja der recht erfolgreiche Ausschluß von Frauen im Unterstützerkreis dieser Initiative. Ich möchte also nicht davon ausgehen, dass Firmen oder Interessenvertreter zum Nachteil bestimmter Gruppen (zBsp. der Arbeitslosen) agieren, zumal das ja heute auch schon Usus ist (Initiative für Netzneutralität verzichtet auf Frauen). Auch wenn das Netz durchaus neutral Inhalte transportiert, so müssen diese Inhalte zBsp. vom Empfänger nicht neutral bewertet werden und genau das hat mehr Einfluß auf die Meinungsfreiheit, als der Transport. Die Initiatoren halten aber nur den Transport für entscheidend und blenden alle sozialen Interaktionen drumherum aus, um aber genau auf diese (Meinungsfreiheit und Demokratie) positiv Bezug zu nehmen. Oder anders: Netzneutralität bedeutet, dass ein tolles Buch genauso schnell transportiert wird wie die BILD von letzter Woche. Das soll dann Meinungsfreiheit und Demokratie bedeuten, sagen die Initiatoren. (Übrigens auch dann, wenn der Empfänger das Buch verbrennt, weil er keine Bücher von Frauen liest oder sie übel beschimpft, weil sie nicht schnell genug offline geht – was übrigens genau so schnell traspoertiert wird, wie der Rest.) Dazu halten es die Initiatoren dann nicht mal für nötig, die Frauen zu fragen und meinen noch ein goßes Werk zur Sicherung der Demokratie geleistet zu haben. Das ist fast schon witzig. Irgendwie.
Ich denke jetzt über drei Ecken, aber ich bin davon überzeugt, dass materielle und soziale Benachteiligung (HartzIVler, die nicht wittern dürfen) einfacher und konsequenter zu überwinden ist, als Benachteiligung wegen des Geschlechts. Und eben Benachteiligung wegen des Geschlechts passiert doch hier: Netzneutralität ist Männersache.
Ich begrüße deine Kritik an der mangelnden Präsenz von Frauen, aber daraus erfolgt für mich keine Zustimmung zur Initiative, denn die ist nicht nur Beleg für das Problem, der mangelnden Gleichberechtigung im Netz (weil das Netz neutral sein soll), sondern sie ist TEIL des Problems: Datensätze nicht neutral zu transpotieren, kann Geschlechterneutralität bedeuten. Geld ist ein neuraleres Medium, als die Herren, die meinen etwas zu sagen zu haben und Frauen im Netz für inkompetent halten oder “vergessen”.
Mir ist bewußt, zwei Argumentationsebenen vermengt zu haben (1. fehlende Geschlechterneutralität bei 2. behaupteter Netzneutraliät), aber das war notwendig, um meine komplexe Theorie zu entwirren. Im Allgemeinen glaube ich aber, dass das Internet oft überschätzt wird: Davon, dass die Deutsche Post Telegramme schneller transportiert, geht die FdGO ja auch nicht den Bach runter. Und ja, im Internet sind wir alle (vermeintlich) gleichberechtigte Nutzer (es gibt da durchaus unterschiedliche Netze -X-Win, zBsp.- mit verschiedenen Transportbedingungen), aber mich hindert auch niemand, irgendeinen Briefkasten zu nutzen, wenn ich den Brief frankiere.
@wanda
… keine Zustimmung zur Initiative an der Langen Leine der SPITZENSOZIs, xdie in der Tat erheblicher Teil des Problems sind.
Da hatte Fefe schon Anfang letzter Woche recht …
v.Alzheimer: Klar, dass die Initiative von der SPD getragen/gestartet wird, ist natürlich ein Manko, da man dieser Partei nicht mehr glauben kann. Die Initiative st wahrscheinlich auch nur ins Leben gerufen worden, weil die SPD derzeit in der Opposition ist.
Wanda: Einen Aufruf, der sich an alle Menschen richtet, und wo halt mehr Männer als Frauen sich drauf melden, sofort als diskriminierend hinzustellen und von “Ausschluss von Frauen” zu sprechen, zeugt von einem eher kranken Geschlechterbild. Das Internet als Publikationsmedium, was jedem Menschen offen steht mit der Post zu vergleichen, zeugt von absolutem Unverständnis der sozialen Implikationen des Netzes. Mit diesen beiden Punkten erübrigt sich jede weitere Diskussion. Krankhafte Feministinnen die sich überall unbedingt benachteiligt sehen wollen, wenn es um Menschen (geschlechtsneutral) geht, kann man nur bedauern. Solche Haltungen schaffen erst die Gender-Problematiken, die sie aus der Welt schaffen wollen, weil sie es nicht akzeptieren können, wenn mal beide Geschlechter gleichberechtigt sind. Nein, es muss ja immer eine/r unter dem/der anderen stehen…Sorry, aber das ist geistige Armut in Höchstform. EOD
Lieber Herr Seegal Galguntijak,
der Aufruf richtet sich zwar an alle, aber in etwa so sehr wie ein Aufruf “an alle”, das Recht auf Stehendpinkeln zu verteidigen. Da nützt es dann auch nicht so viel, das “unser aller Ziel” zu nennen und geschlechterübergreifende Zustimmung zu wünschen. Und ja, wahrscheinlich werden sich auch einzelne Frauen finden lassen, ein solches “Menschenrecht” gegen die mächtigen Bosse und bösen Kapitalinteressen zu verteidigen, aber es werden wenige bleiben. Unter Männern ist die Zustimmung mit einem so gearteten Anliegen vermutlich eher zu erreichen. Ob die Begründung da nun logisch ist oder nicht, spielt bei so einem wichtigen Aufruf dann auch sicher weniger eine Rolle. (Und Widerspruch kommt eh nur von Gutmenschen, Feministinnen oder anderen Intellektuellen.)
Das Netz wird zwar von Männern wie Frauen benutzt, da haben sie Recht, aber es wird von Männern nach speziellen Vorlieben gestaltet und diese männerspezifischen Vorlieben nennen sich dann “Netzneutralität” und das alles soll nun auch Frauen so sehr begeistern, als dass sie jubelnd unterzeichnen, nachdem man sie bei der Ausarbeitung “vergessen” hat.
SO wird das nichts. Dass diese Initiative keine Gleichberechtigung mit sich bringt, leben will oder bedeuten kann, erkennen Sie bereits an der spärlichen Beteiligung von Frauen, am Aufruf wie in der Unterstützung. Kurios aber, mit welcher Schamlosigkeit Sie über diese objektive Tatsache hinwegsehen können und sich nun über Feminismus ereifern. Ist das ´ne Marotte?
Bei dieser Initiative geht es nicht um Menschen, wie Sie behaupten, sondern um Männer: 20 an der Zahl und die haben gerade mal 4 Frauen im Schlepptau. Hört sich das für Sie nach Gleichberechtigung an? Ich bin da skeptisch.
Dass die Initiative von “Spitzensozis” ins Leben gerufen wurde, erklärt ein Stück weit den rhetorischen Fehlgriff, die “Netzneutraltität” gegen bösartige Kapitalinteressen verteidigen zu wollen. Das finde ist schon sehr simpel, aber ist eben so richtig SPD.
;-)
“aber in etwa so sehr wie ein Aufruf “an alle”, das Recht auf Stehendpinkeln zu verteidigen.”
Bitte mal Butter bei die Fische, sonst bleibt es zu unkonkret. Auf diesen “exemplarischen” Vergleich könnte man höchstens einen “Shenis” empfehlen.
Und was sollen die “speziellen Männervorlieben” sein, nach denen “das Netz gestaltet” wird? TCP/IP? Und wer kann etwas dafür, dass es so wenig Frauen gibt, die in der Entwicklung solcher technologien arbeiten? Muss da überhaupt irgend ein Geschlecht für beschuldigt werden, oder nicht viel eher die Geschlechterrollen, die in den Köpfen der Menschen (auch: der Frauen) noch vorherrschen, weshalb viele Frauen eben obwohl sie gute Mathematikerinnen sind trotzdem nicht an diesen Technologien mitarbeiten?
In wiefern wurden Frauen denn bei der Ausarbeitung des Aufrufes vergessen, was hätte da denn drin stehen sollen, damit “auch Frauen einbezogen” worden wären? In wiefern brauchen Frauen eine andere Netzneutralität als Männer? Netzneutralität bedeutet doch lediglich, dass keine Quelle (Website, Dienst o.ä.) bei der Durchleitung seiner/ihrer Daten benachteiligt wird. Ich habe immer noch nichts gesehen, wo das ein Thema sein soll, was unbedingt diesen krampfhaft gesuchten Unterschied zwischen Männern und Frauen braucht.
Klar doch!
Wenn ich es wichtig finden würde, dass Daten gleichberechtigt übermittelt werden, was ich selbst anders sehe, weil ich da Prioritäten setzen möchte, würde ich so formulieren:
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Gleichberechtigung ist der Schlüssel zur Befreiung des Internets!
Wir wollen ein von Kapitalinteressen emanzipiertes Internet.
Ein gleichberechtigtes Internet ohne Interessen-Diktat durch Kapitaleigner und Politik ist Garant für unabhängigen, intelligenten Meinungsaustausch und damit eine weitere Möglichkeit für Meinungsfreiheit. Netzneutralität begünstigt Gleichberechtigung von Usern unabhängig ihres Geschlechts, des Einkommens und ihrer politischen Einstellung.
Netzneutralität fördert die Entfaltung kooperativer Potentiale und sichert damit die Bedeutung des Internets als Informationspool und Arbeitsmittel. Die Möglichkeit, sich unabhängig zu informieren wird gestärkt, wenn Wissen online kostenfrei verfügbar sind und auch in von materiellen Interessen oder Beschränkungen unabhängiger Kooperation weiterentwickelt werden kann.
Ideen brauchen Freiräume – die Möglichkeiten eines besseren Internets auf einige wenige Investoren zu beschränken, läuft dem entgegen.
Gleichberechtigung ist in unserer heutigen Gesellschaft sozial und gesetzlich geboten. Sie verhindert auch im Internet Benachteiligung, da die Übertragung von Internetinhalten nicht allein von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Anbietenden oder Nutzenden abhängig ist. Netzneutralität als Ausdruck der Gleichberechtigung von Internetnutzen sichert somit den Zugang zu Wissen und Informationen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Aufenthaltsort, Einkommen, sozialer Schicht und ökonomischer Leistungsfähigkeit.
Daher setzen wir uns für die gleichberechtigte Übermittlung von Daten im Internet, für die Netzneutralität, ein. Gleichberechtigung auch im Internet ist notwendig für die Unabhängigkeit des Internets. Daher fordern wir die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität.
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Über´s Knie gebrochen, aber sollte schnell gehen…
Nachgereicht: http://www.netzpiloten.de/2010/08/26/netzneutralitat-und-die-frauen/
@Wanda (25 August 2010 at 10am)
Klasse.